Lexikon: Wechselprozess

Wie funktioniert der Wechselprozess?

Jeder Verbraucher in Deutschland hat seit 1998 das Recht seinen Stromanbieter frei zu wählen. Der Grund für die Liberalisierung des Strommarkts war u.a., dass man die damaligen Versorgungsstrukturen auflösen wollte. Diese bestand aus acht überregionalen Verbundunternehmen, die sich über 80% des Strommarktes teilten.

Mehrere Personen sind um einen Tisch versammelt. Unterlagen und Laptop liegen bereit.

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Freie Stromanbieterwahl

Neben den acht großen Anbietern gab es eine Vielzahl an Stadtwerken, bzw. kommunalen Unternehmen mit lokal begrenzten Verteilernetzen. Da dies nicht verbraucherfreundlich ist, war das Ziel die Monopolmacht dieser acht Versorger aufzulösen und eine Plattform für einen starken Wettbewerb zu schaffen. In der nachfolgenden Grafik ist immerhin eine kontinuierliche Steigerung der Stromanbieterwechsel zu erkennen. ABER: Bei ca. 40 Millionen Haushalten in Deutschland lässt der Wettbewerb noch deutlich zu wünschen übrig.

Anzahl der Stromanbieterwechsel in Millionen von 2006 bis 2014

Freie Gasanbieterwahl folgte 2006

Die Liberalisierung des Gasmarktes erfolgte im Jahre 2006. Ab diesem Zeitpunkt konnte der Verbraucher auch seinen Gaslieferanten frei wählen und automatisch vom Wettbewerb profitieren (mittlerweile gibt es über 900 Gasanbieter in Deutschland). Trotz des starken Wettbewerbs und den vielseitigen Wechselvorteilen hat laut statistica.de lediglich ein Drittel der deutschen Privathaushalte überhaupt den Gasanbieter gewechselt. Von den wechselaffinen Befragten hat wiederum auch nur ein Drittel mehr als einmal den Anbieter gewechselt. Das bedeutet, dass über 90% der deutschen Privathaushalte nicht oder nur einmal die freie Anbieterwahl genutzt haben. Ähnlich sieht es bei der Anzahl der Stromanbieterwechsel aus. Auch dort nutzen weniger als 10% die Vorteile eines Anbieterwechsels.

Mann hält leuchtende Glühlampe in der Hand. Daneben ein paar Stapel Geldmünzen

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Wechselprozess zwischen neuem und altem Versorger

Seitdem die Bundesnetzagentur im Jahr 2011 neue Regeln zur Vereinfachung des Wechselprozesses und zum Schutz der Verbraucher erließ, läuft ein Anbieterwechsel im Normalfall reibungslos und ohne Komplikationen ab. Seit dieser Neuerung darf der Wechselprozess nicht länger als drei Wochen beanspruchen.

Dabei gibt es für den Verbraucher mehrere Möglichkeiten einen Wechsel einzuleiten:

Die Eigenkündigung des Verbrauchers

Unter Berücksichtigung der Laufzeit und der Kündigungsfrist des aktuellen Tarifs, kann der Verbraucher selber bei seinem Versorger kündigen. Nach der erfolgten Kündigungsbestätigung kann man sich bei einem neuen Versorger seiner Wahl mit dem gewünschten Starttermin anmelden. Der alte Versorger ist dabei verpflichtet dem Netzbetreiber die Kündigung des Versorgers mitzuteilen. Der neue Versorger stellt daraufhin eine Anfrage beim jeweiligen Netzbetreiber und nach erfolgter Zusage erhält der Verbraucher eine Vertragsbestätigung bei seinem neuen Versorger.
Hinweis: Um den Wechselprozess zu vereinfachen, sollte der Verbraucher zum Wechseltermin seinen aktuellen Zählerstand ablesen und dem Netzbetreiber mitteilen. Bei Nichtmitteilung darf der Versorger den Verbrauch schätzen, was zu unliebsamen Überraschungen in der Abschlussrechnung führen kann.

Die Kündigung durch den neuen Versorger

Liegt das Laufzeitende des aktuellen Tarifs innerhalb der nächsten 12 Monate (anbieterabhängig), kann auch der neue Versorger die Kündigung beim alten Anbieter übernehmen. Der Verbraucher muss dafür seinem neuen Versorger die relevanten Daten für einen reibungslosen Wechsel zur Verfügung stellen (u.a. Tariflaufzeit, Kündigungsfrist, etc.).

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