Sonderkündigungsrecht Gas: So beenden Sie Ihren Gasvertrag früher

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Mit dem Sonderkündigungsrecht Gas können Sie Ihren Gasvertrag frühzeitig beenden, ohne die eigentliche Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist zu berücksichtigen. Aber wann hat man beim Gasvertrag ein Sonderkündigungsrecht, was muss man beachten und wie lange gilt das Recht zur außerplanmäßigen Kündigung? All das erfahren Sie hier. Bei Bedarf können Sie sich eine Vorlage für die Gas-Sonderkündigung herunterladen.

Wann gilt das Sonderkündigungsrecht Gas?

Grundsätzlich werden Gasverträge mit einer Mindestvertragslaufzeit und einer Kündigungsfrist vereinbart, an die Anbieter und Kunde gebunden sind.

Beispiel: Wenn Sie einen Vertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten abschließen, verpflichten Sie sich auch zu einer Belieferung von 12 Monaten.
Die Kündigungsfrist (z. B. von 6 Wochen) verrät Ihnen, wie lange Sie vor Ende des Vertrags ggf. die Kündigung einreichen müssen, sodass sich der Vertrag nicht verlängert.

In einigen Situationen haben Gaskunden jedoch ein Sonderkündigungsrecht, mit dem Sie den Vertrag früher beenden können.

Das Sonderkündigungsrecht Gas gilt in den folgenden Fällen:

  • Preisänderungen (Erhöhung oder Senkung)
  • Vertragsanpassungen (Angebotseinschränkungen oder AGB-Änderungen)
  • Teilweise bei Umzug (anbieterabhängig)
  • Teilweise bei Todesfall (anbieterabhängig)

Durch das Recht auf außerordentliche Kündigung sollen Kunden in diesen Fällen vor Mehrkosten geschützt werden, da sich entweder der Vertrag zu ihrem Nachteil ändern kann oder sie die Gasbelieferung nicht mehr in Anspruch nehmen können bzw. wollen.

Um zu wissen, wann Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen können, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Grundversorgungstarif und Sondertarif zu kennen.

  • Die Grundversorgung übernimmt der Anbieter, der an Ihrem Wohnort die meisten Haushalte versorgt. Durch die Grundversorgung werden alle Haushalte beliefert, die noch nie den Anbieter gewechselt haben. Wer beim Grundversorger keine besonderen Vertragskonditionen ausgewählt hat, nutzt i. d. R. einen Grundversorgungstarif.
  • Die meisten Grundversorger bieten auch Sondertarife an, die normalerweise günstiger als der Grundversorgungstarif sind, allerdings oft teurer als freie Anbieter.
  • Alternativ zum Grundversorger gibt es in Deutschland rund 1.000 freie Anbieter, aus denen Gaskunden je nach Standort auswählen können. Wer von diesen beliefert wird, nutzt einen Sondertarif.

Wie schnell kann man den Gasvertrag kündigen?

Auch ohne ein Sonderkündigungsrecht lassen sich Gasverträge teilweise kurzfristig beenden. Wie schnell Sie Ihren Gasvertrag kündigen können, hängt davon ab, durch wen sie beliefert werden.

  • Einen Grundversorgungsvertrag können Sie immer mit einer Frist von zwei Wochen beenden, also auch ohne ein Sonderkündigungsrecht. Die Frist gilt selbstverständlich auch im Fall einer Preiserhöhung, eines Umzugs oder Todesfalls. So kommen Sie schneller aus dem Vertrag, als wenn Sie Ihr Sonderkündigungsrecht des Gasvertrags nutzen würden.
  • Achtung: Ein Sondertarif beim Grundversorger lässt sich unter Umständen nicht so schnell beenden. Lesen Sie die geltende Frist in Ihrem Gasvertrag nach. Eventuell können Sie durch das Gas-Sonderkündigungsrecht den Vertrag schneller beenden.
  • Ein Sondertarif bei einem freien Anbieter hat meist eine deutlich längere reguläre Kündigungsfrist als zwei Wochen. Je nach Anbieter ist die Zeitspanne unterschiedlich (s. AGB Ihres Vertrags). Das Sonderkündigungsrecht ist in diesem Fall also besonders interessant, um nicht unnötig lange an den Anbieter gebunden zu bleiben.

Im Folgenden erklären wir, wann der Vertrag in den unterschiedlichen Fällen – Gaspreiserhöhung, Umzug oder Todesfall – mit dem Sonderkündigungsrecht endet und was Sie dabei beachten sollten.

Sonderkündigungsrecht bei Gaspreiserhöhung bzw. Vertragsanpassung

Im Fall von Gaspreisänderungen (sowohl Erhöhungen als auch Senkungen) haben Kunden immer ein Sonderkündigungsrecht. Das gilt auch, wenn die Preissteigerung durch Steuern, Abgaben oder Umlagen zustande kommt. Selbst wenn diese Ursachen in Ihrem Vertrag eigentlich ausgeschlossen werden, sollten Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht bestehen: Gerichte haben hierbei in der Vergangenheit häufig zugunsten der Verbraucher entschieden – und Gasanbieter geben in diesem Fall meist nach.

Auch bei Anpassungen der Vertragsbedingungen können Gaskunden außerordentlich kündigen, also z. B. wenn Änderungen an den AGB vorgenommen werden oder das bisherige Angebot eingeschränkt wird.

Der Gasversorger muss den Kunden spätestens 6 Wochen vor der Änderung per Post oder Mail über die geplanten Änderungen informieren und auf sein Sonderkündigungsrecht hinweisen. Erst durch diesen Hinweis ist die Erhöhung überhaupt zulässig. Im Schreiben sollten Sie auch die Information finden, zu welchem Tag die Änderung eintritt.

Hier gelangen Sie zum Download der kostenlosen Muster-Kündigungen bei Preiserhöhungen bzw. Vertragsänderungen:
Kündigungsvorlage „Sonderkündigungsrecht des Gasvertrags bei Preiserhöhungen“
Kündigungsvorlage „Sonderkündigungsrecht des Gasvertrags bei Vertragsanpassungen“

Wie lange gilt das Sonderkündigungsrecht bei Gaspreiserhöhungen bzw. Vertragsanpassungen?

Der Tag, an dem die Änderungen gültig werden, ist für Sie ein wichtiger Anhaltspunkt: Sobald Sie die Mitteilung erhalten haben, können Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen. Es endet i. d. R. am Tag vor Inkrafttreten der neuen Preise, oder anders gesagt: sobald die Anpassung wirksam ist, erlischt Ihr Sonderkündigungsrecht.

Es empfiehlt sich, so früh wie möglich zu kündigen, um die Frist nicht zu verpassen. Werfen Sie am besten auch einen Blick in die AGB Ihres Gasvertrags, um sicherzugehen, dass Ihr Gas-Sonderkündigungsrecht bis zum Eintreten der Preisänderung möglich ist und Ihr Anbieter keine abweichende Frist festgelegt hat.

Tipp: Nutzen Sie ggf. Ihr Sonderkündigungsrecht als Chance, um einen nachteiligen Gasvertrag vorzeitig zu beenden und durch einen Gasanbieterwechsel einen besseren Anbieter zu finden.

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Sonderkündigungsrecht Gas bei Umzug

Bei einem Umzug empfiehlt es sich meist, einen neuen Gasvertrag abzuschließen. Mögliche Gründe sind folgende:

  • Der bisherige Anbieter kann Sie am neuen Wohnort nicht beliefern.
  • Ein anderer Anbieter bietet günstigere Preise am neuen Wohnort an.
  • Sie möchten die Gelegenheit für einen Anbieterwechsel nutzen.

Einen Grundversorgungsvertrag können Sie immer innerhalb von zwei Wochen beenden – ein Sonderkündigungsrecht brauchen Sie dazu nicht.

Bei freien Anbietern und Sonderverträgen haben Sie im Rahmen eines Umzugs in folgenden Fällen ein Sonderkündigungsrecht:

  • Der neue Wohnort gehört nicht zum Versorgungsgebiet Ihres bisherigen Gasanbieters, sodass eine Belieferung nicht mehr möglich ist.
  • Durch den Umzug müssten Sie am neuen Wohnort teurere Preise als bisher zahlen, wenn Sie Ihren Gasversorger beibehalten.
  • Auch wenn diese Kriterien nicht zutreffen, gewähren viele Anbieter ihren Kunden ein Sonderkündigungsrecht aus Kulanz.

Es kann jedoch auch sein, dass Ihr bisheriger Gasanbieter darauf besteht, dass Sie die restliche Vertragslaufzeit erfüllen. Grundsätzlich ist folgendes Vorgehen sinnvoll, wenn Sie unsicher sind oder keines der genannten Kriterien auf Sie zutrifft:

  • Überprüfen Sie in den AGB Ihres Vertrags, was für den Umzugsfall festgelegt ist.
  • Kontaktieren Sie so früh wie möglich vor dem Umzug Ihren Gasversorger, um abzuklären, ob Sie ein Sonderkündigungsrecht haben oder der Anbieter sich kulant zeigt. Ggf. sollten Sie ihm auch die Kündigung baldmöglichst zukommen lassen.

Hier finden Sie einen kostenlosen Download eines Musterbriefs für das Sonderkündigungsrecht im Umzugsfall.

Wann sollte man die Sonderkündigung für Gas aufgrund eines Umzugs einreichen?

Reichen Sie die umzugsbedingte Sonderkündigung spätestens zwei Wochen vor dem Umzug beim Anbieter ein, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Es gilt: Je früher, desto besser, denn es muss i. d. R. eine Abstimmung zwischen altem und neuem Versorger sowie dem Netzbetreiber für eine Ab- und Neuanmeldung erfolgen. Der Gasvertrag endet dann normalerweise zum Tag des Umzugs bzw. der Schlüsselübergabe.

Sonderkündigungsrecht Gas bei Todesfall

Auch im Todesfall eines Angehörigen, auf den ein Gasvertrag lief, gewähren viele Anbieter den Hinterbliebenen ein Sonderkündigungsrecht. Wichtig zu wissen: Der Gasvertrag endet nicht automatisch, sobald ein Kunde verstirbt. Stattdessen müssen der oder die Erben entscheiden, ob der Vertrag fortgesetzt oder gekündigt werden soll.

Grundversorgungsverträge können (wie grundsätzlich möglich) mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden. Klären Sie am besten mit dem Gasversorger ab, ob auch eine frühere Beendigung des Vertrags möglich ist. Viele freie Gasanbieter gewähren ein Sonderkündigungsrecht aufgrund des Sterbefalls.

Hier können Sie sich kostenlos eine Kündigungsvorlage für eine Sonderkündigung des Gasvertrags im Sterbefall herunterladen.

Wann und wie nutzt man das Sonderkündigungsrecht Gas im Todesfall?

Bzgl. des Sonderkündigungsrechts aufgrund eines Todesfalls sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie im Vertrag nachsehen, wie lange die Laufzeit und Kündigungsfrist sind und ob es eine Regelung für den Todesfall gibt. Alternativ können Sie mit dem Versorger abklären, ob eine außerordentliche Kündigung möglich ist und wie lange das Sonderkündigungsrecht ggf. gilt.

Es empfiehlt sich, den Gasanbieter frühestmöglich zu kontaktieren bzw. die Kündigung zeitnah abzusenden, da meist keine rückwirkende Kündigung akzeptiert wird.

Falls die Sonderkündigung möglich ist, ist es wichtig, nicht nur in der Kündigung auf das Sonderkündigungsrecht im Sterbefall hinzuweisen, sondern auch alle erforderlichen Dokumente beizulegen (Kopien der Sterbeurkunde und ggf. des Erbscheins, evtl. weitere in Absprache mit dem Gasversorger).

Wie funktioniert das Sonderkündigungsrecht Gas?

Zunächst ist es wichtig, zu erkennen, ob man ein Sonderkündigungsrecht des Gasvertrags hat. Viele Gasanbieter verwenden z. B. im Fall von Preiserhöhungen bewusst lange, unklare oder werblich wirkende Schreiben oder Mails. So wird darauf spekuliert, dass Kunden die Erhöhung und das Sonderkündigungsrecht übersehen. Auch bei einem Todesfall oder Umzug ist vielen Gaskunden nicht bewusst, dass sie evtl. ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen können. Sobald Sie dies abgeklärt haben, gilt es einige Punkte zu beachten. Mit der folgenden Checkliste sollte es kein Problem mehr sein, Ihr Sonderkündigungsrecht Gas erfolgreich zu nutzen.

Checkliste für das Sonderkündigungsrecht Gas

  • Führen Sie die Kündigung selbst durch (nicht durch den neuen Anbieter möglich wie teils bei regulären Kündigungen).
  • Reichen Sie die Kündigung frühestmöglich ein.
  • Senden Sie die Kündigung schriftlich – dies ist per Brief, Mail, Fax oder bei einigen Gasanbietern auch über ein Online-Kundenportal möglich.
  • Führen Sie unbedingt alle wichtigen Informationen auf (vollständiger Name, Adresse, Kunden- und Zählernummer).
  • Nennen Sie das Datum des gewünschten bzw. voraussichtlichen Vertragsendes.
  • Fordern Sie in Ihrem Kündigungsschreiben eine schriftliche Bestätigung Ihrer Kündigung inkl. Datum des Vertragsendes an.
  • Weisen Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hin – manche Anbieter setzen sonst voraus, dass es sich um eine reguläre Kündigung handelt.
  • Widerrufen Sie ggf. Ihre Einzugsermächtigung.
  • Suchen Sie baldmöglichst einen neuen Gasanbieter und Tarif aus. Ansonsten landen Sie zwischenzeitlich in der teureren Grundversorgung, bis Sie einen anderen Anbieter ausgewählt haben. Gut zu wissen: Die ununterbrochene Gasversorgung ist durch den Grundversorger gesichert.

Tipp: Nutzen Sie einfach unsere Kündigungsvorlagen für das Sonderkündigungsrecht Gas. Diese finden Sie für den passenden Anlass im jeweiligen Abschnitt – Preiserhöhung bzw. Vertragsanpassung, Umzug und Todesfall.

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