Haushalte werden nur um wenige Euro entlastet

EEG-Umlage sinkt zum zweiten Mal seit 1998

Wenn die EEG-Umlage sinkt, bemerken deutsche Haushalte diese Erleichterung in der Regel sofort. Diesmal entlastet sie jedoch nur in geringem Ausmaß.

Vier Glühlampen mit den Jahreszahlen 2016 bis 2019 hängen von der Decke. Die Lampe mit 2018 leuchtet.

© Mikhail Mishchenko / Fotolia

  • EEG-Umlage sinkt im Jahr 2017 um 1,3%
  • Haushalte werden dadurch lediglich um 3,08€ entlastet
  • Auch für 2018 wird eine weitere Senkung der EEG-Umlage erwartet

Aktuelle Entwicklungen

Die EEG-Umlage dient dem Ausbau und der Finanzierung von Erneuerbaren Energien. Die Höhe der Umlage wird jeweils zum 15. Oktober als Prognose für das kommende Jahr veröffentlicht. Im Jahr 2018 wird diese 6,792 ct pro Kilowattstunde (kWh) betragen. Damit sinkt die Umlage um 1,3 % oder um 0,088 Cent/kWh zum zweiten Mal seit ihrer Einführung 1998. Für die deutschen Haushalte bedeutet dies aber nur eine geringe Einsparung bei den Stromkosten. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 kWh/Jahr entlastet dies einen Haushalt um lediglich 3,08 Euro im Jahr.

Berechnung der EEG-Umlage

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) den Anlagebetreibern von erneuerbaren Energien (EE) fixe Vergütungssätze zahlen. Diese Vergütungssätze werden auch Einspeisevergütung genannt, da für jede in das Stromnetz eingespeiste kWh ein fester Betrag an den Anlagenbetreiber gezahlt wird. Die ÜNB sind dazu verpflichtet, den eingespeisten Strom wiederum an der Strombörse zu verkaufen.
Die Preise an der Strombörse orientieren sich allerdings an den Grenzkosten der Stromerzeugung, während sich die Vergütungen an den Vollkosten der Erzeugung von EE orientieren. Die Differenz zwischen Vergütungszahlungen und Einnahmen durch den Stromverkauf wird den ÜNB durch die EEG-Umlage erstattet.
Die einzelnen Anlagenbetreiber von EE können allerdings auch den erzeugten Strom direkt vermarkten. Hierbei wird die Differenz des Strombörsenpreises und der Einspeisevergütung durch eine Marktprämie ausgeglichen. Diese wird ebenfalls aus der EEG-Umlage entnommen.
Grundsätzlich gilt: Die Auszahlungen an die Anlagebetreiber übersteigen die Einnahmen aus dem Stromverkauf. Die jeweiligen Differenzbeträge werden durch die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Gründe und Auswirkungen der geringeren EEG-Umlage

Für die genaue Summe berechnen die ÜNB, mithilfe von Forschungsinstituten und anhand der erwarteten Ausgaben für EEG-Vergütungen und den voraussichtlichen Einnahmen durch den Verkauf an der Strombörse, die EEG-Umlage fürs Folgejahr als Prognose. Das heißt, je höher die Börsenpreise, desto niedriger die Umlage und umgekehrt. Im kommenden Jahr beträgt diese also 6,792 ct/kWh. Im Privathaushalt machen die 6,792 ct/kWh trotz allem fast ein Viertel des Strompreises aus!
Interessant ist bei der Veröffentlichung dieses Jahr die politische Bedeutung. Denn bei den Koalitionsverhandlungen können die Grünen nun ganz klar die Zahlen für ihre Argumentation sprechen lassen. Denn das große Kontra von Union und FDP, dass der Ausbau von Ökostromanlagen so viel Geld kostet, wird mit Sinken der EEG-Umlage gefährdet.

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