Strompreiserhöhung 2020: Warum steigen die Preise und was kann man tun?

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Schätzen Sie mal, wie viel Prozent aller deutschen Stromanbieter 2020 die Preise erhöht haben!

Es sind knapp 80 Prozent! Strompreiserhöhungen können für eine unangenehme Überraschung auf der Jahresendabrechnung sorgen. Eine Anhebung der Preise ist daher eine gute Gelegenheit, den aktuellen Tarif zu überdenken. Eine Strompreiserhöhung müssen Sie nicht einfach akzeptieren – in vielen Fällen bietet sich ein Anbieterwechsel an. Hier erfahren Sie, warum es zu Strompreiserhöhungen kommt, welche Rolle das Sonderkündigungsrecht dabei spielt und was Sie im Falle einer Erhöhung tun können.

Warum kommt es zu einer Strompreiserhöhung?

Eine Strompreiserhöhung bedeutet nicht automatisch, dass der Stromanbieter sich höhere Einnahmen sichert. Oft ergibt sich eine Erhöhung des Gesamtpreises dadurch, dass bestimmte Preisbestandteile teurer werden.

So setzt sich der Strompreis zusammen: Ursachen für Strompreiserhöhungen

Wenn Sie sich für einen Anbieter entscheiden, kennen Sie in der Regel nur den Gesamtpreis für eine Kilowattstunde. Der Strompreis setzt sich aber aus mehreren Bestandteilen zusammen – und zwar ungefähr mit der folgenden Verteilung:

  • Kosten für Strombeschaffung: 22,4%
    Diese Summe erhält der Stromanbieter, z. B. für Erzeugung und Einkauf des Stroms, Vertriebskosten und Gewinnmarge.
  • Steuern: 22,9%
    Verbraucher zahlen auf Strom eine Umsatz- und eine Stromsteuer.
  • Netznutzungsentgelt: 23,0%
    Diese Gebühr muss jeder Nutzer zahlen, um das Stromnetz nutzen zu dürfen. Der Anbieter leitet die Einnahmen an den Netzbetreiber weiter.
Strompreiserhöhung: Bestandteile des Strompreises
  • Abgaben/Umlagen: 30,7%
    Der Anteil für Abgaben und Umlagen ist staatlich festgelegt. Hierzu zählen u. a. die EEG-Umlage, die Konzessionsabgabe und die Offshore-Haftungsumlage.
  • Messung und Messstellenbetrieb: 1,1%
    Diese Kosten entstehen z. B. durch den Einbau von Messeinrichtungen, die Stromablesung und die Abrechnungserstellung.

Verändern sich einzelne Bestandteile, kommt es zu einer Änderung des gesamten Strompreises – meist zu einer Strompreiserhöhung, selten zu einer Senkung. Gründe für Preissteigerungen können z. B. Steueranpassungen, Konditionsänderungen des Anbieters oder der kostenintensive Netzausbau sein, der sich auf das Netznutzungsentgelt niederschlägt.

Hier finden Sie detaillierte Informationen zur aktuellen Strompreisentwicklung aufgrund der verschiedenen Preisbestandteile.

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Strompreiserhöhung: Das Wichtigste in Kürze

Vielen Verbrauchern ist bei einer Steigerung der Strompreise nicht klar, was sie tun können, um einem finanziellen Nachteil zu entgehen.

Hier die wichtigsten Fakten zur Strompreiserhöhung:

  • Im letzten Jahrzehnt sind die Strompreise jährlich angestiegen, wodurch aktuell das bisher höchste Preislevel erreicht ist.
  • Eine Kilowattstunde Strom kostet 2020 in Deutschland durchschnittlich ca. 31,47 Cent. Es sind allerdings deutlich günstigere Tarife möglich.
  • Der Stromanbieter ist nur für ca. ein Viertel des Strompreises verantwortlich. Doch wie hoch die Kosten für diese 25 % ausfallen (und damit der Gesamt-Arbeitspreis), unterscheidet sich je nach Stromversorger stark. Vergleichen lohnt sich!
  • Billig-Anbieter locken Neukunden mit günstigen Tarifen, erhöhen die Preise jedoch nach einiger Zeit um bis zu 35%. Auch bei anderen Anbietern kommt es regelmäßig zu Verteuerungen.
  • Eine Preiserhöhung müssen und sollten Sie nicht einfach hinnehmen, denn Sie haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht.
  • Nutzen Sie die Chance, um zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln.
  • Besonders von Preiserhöhungen betroffen sind Kunden, die bereits länger beim gleichen Versorger sind sowie Kunden, die über die Grundversorgung beliefert werden. Denn…
  • …die Grundversorgung ist grundsätzlich die teuerste Option.
  • …als Neukunde haben Sie bei vielen freien Anbietern eine Preisgarantie für das 1. Vertragsjahr, sodass Sie in dieser Zeit nicht mit Preiserhöhungen rechnen müssen. Ab dem Jahr sind Preisanhebungen äußerst verbreitet, weshalb es sich nicht lohnt, länger als ein Jahr beim gleichen Versorger zu bleiben.
  • …als Neukunde profitieren Sie außerdem bei vielen freien Anbietern von Bonuszahlungen, die im 2. Jahr normalerweise entfallen. In der Grundversorgung erhalten Sie diese Boni nicht.

Verschaffen Sie sich mit unserer Infografik einen schnellen Überblick über das Thema Strompreiserhöhung:

Strompreiserhöhung Infografik

Unterschied zwischen Grundversorger und freiem Anbieter

  • Wenn Sie noch nie den Anbieter gewechselt haben, sind Sie in der Grundversorgung. Diese stellt der Anbieter sicher, der in Ihrem PLZ-Gebiet die meisten Haushalte versorgt.
  • Alternativ zur Grundversorgung gibt es in Deutschland ca. 1000 freie bzw. alternative Stromanbieter, aus denen Privatkunden auswählen können. Man spricht hierbei von einem Sondervertrag bzw. Sonderkunden.
  • Bei Preiserhöhungen gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, ob Sie vom Grundversorger oder einem freien Anbieter beliefert werden.

Informationspflicht des Stromanbieters bei Preiserhöhung: So erfahren Sie von der Verteuerung

Stromanbieter sind dazu verpflichtet, ihre Kunden über eine Preiserhöhung zu informieren. Für Grundversorger ist dies strenger geregelt als für freie Anbieter. In unserer Checklist erfahren Sie, welche Punkte bei der Ankündigung der Strompreiserhöhung erfüllt sein müssen (teilweise aber nicht erfüllt sind):

  • Die Kunden müssen 6 Wochen vor der geplanten Umstellung über die Preiserhöhung informiert werden.
  • Die Versorger müssen ihren Kunden ein Sonderkündigungsrecht einräumen, egal wie hoch die Preisanhebung ausfällt. Dieses Recht haben Kunden auch, wenn die Mehrkosten durch Steuern bzw. Abgaben verursacht werden.
    Es gibt zwar Anbieter, die in diesem Fall den finanziellen Mehraufwand an die Kunden weitergeben möchten, dies ist allerdings nicht rechtskräftig.
  • Die Ankündigung muss schriftlich erfolgen – dies kann per Brief sein, jedoch auch per Email.
  • Der Grundversorger muss die Strompreiserhöhung des Grundversorgungstarifs auf seiner Website und in der Tageszeitung veröffentlichen. Dies gilt nicht für alternative Anbieter oder Sondertarife des Grundversorgers.
  • Anbieter sollen detailliert darlegen, wie sich die Erhöhung zusammensetzt.
  • Der Grundversorger muss den alten und den neuen Preis aufführen, sodass der Anstieg klar erkennbar ist. Freie Anbieter halten sich daran leider oft nicht.
  • Die Preiserhöhung soll transparent mitgeteilt werden, was in der Realität allerdings häufig nicht der Fall ist.

Hinweis: In vielen Fällen sind die Strompreiserhöhungen unseriöser Anbieter nicht wirksam, wenn diese Punkte nicht beachtet werden. Eine Verteuerung ohne Begründung ist anfechtbar bzw. der Anbieter muss eine Erläuterung nachreichen. Hier gelangen Sie direkt zu den Tipps, was Sie bei einer Preiserhöhung tun können.

Vorsicht vor versteckten Preiserhöhungen

In vielen Fällen sind Verbraucher der Überzeugung, über eine Preiserhöhung nie informiert worden zu sein. Das ist kein Wunder, denn manche Anbieter nutzen Tricks, um durch die Anhebung der Preise möglichst wenige Kunden zu verlieren. Dies ist vor allem bei alternativen Versorgern – und insbesondere Discount-Anbietern – der Fall.

Folgende Tricks kommen bei Strompreisanhebungen häufig vor:

Vermeintliche Werbung oder Information zu anderen Themen:
Obwohl laut § 41.3 EnWG gesetzlich festgelegt ist, dass Stromanbieter geplante Preissteigerungen auf „transparente und verständliche Weise“ kommunizieren müssen, werden Preiserhöhungen teilweise getarnt:

  • Kunden erhalten z. B. einen seitenlangen Brief, der eher den Anschein von Werbung oder einem Infoschreiben zu einem anderen Thema macht. Der neue Preis bzw. die Anhebung kann beiläufig erwähnt sein.
  • Auch Flyer wurden bereits als Preiserhöhungsinformation an Kunden versendet.
  • Eventuell erfolgt eine Information zur Preisanpassung per Mail – auch hier ist Werbung als Tarnung möglich.

Unauffällige oder verschleierte Mitteilung der Strompreiserhöhung:
Neben der Aufmachung des Schreibens kommt es auch immer wieder vor, dass die Preisanhebung…

  • …per E-Mail versandt wird, allerdings von einem unbekannten Absender und/oder ohne Betreff.
  • …dem Kunden durch einen fehlenden oder wenig aussagekräftigen Betreff wie „Allgemeine Preisinformation“, „Jahresinformation“ oder „Veränderung der allgemeinen Konditionen“ nicht auffällt.
  • ohne Hervorhebung im Text oder erst am Ende des Briefs/der Mail kurz erwähnt wird.
  • …in einem Text untergeht, der eher allgemein und positiv klingt (Beispiel: immergrün/365 AG sprach in einem Preiserhöhungsschreiben von „drei guten Nachrichten“ für den Kunden).
  • …in der Jahresabrechnung untergebracht und so vom Kunden evtl. nicht wahrgenommen wird.

Viele Kunden übersehen durch diese Tricks die Preiserhöhung und nutzen ihr Sonderkündigungsrecht nicht. Sobald die Preiserhöhung in Kraft tritt und der Irrtum evtl. auffällt, ist es zu spät, vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen.

Tipp: Lesen Sie Schreiben bzw. Mails Ihres Stromanbieters immer genau durch, um eine Preissteigerung nicht zu übersehen.

Irreführende oder mangelnde Informationen rund um die Strompreiserhöhung:

Neben einer unauffälligen oder getarnten Preisanpassung sind auch folgende Tricks möglich. Die Erhöhung…

  • …wird zwar mitgeteilt, aber das Sonderkündigungsrecht ist kaum im Schreiben zu finden, z. B. nur im Kleingedruckten.
    Selbst irreführende Formulierungen werden teils verwendet.
    Beispiel: immergrün/365 AG schrieb „Über die gesetzlichen Rücktrittsrechte hinaus besteht kein Rücktrittsrecht“.
    Das heißt eigentlich: Der Kunde hat ein Sonderkündigungsrecht wie üblich.
  • …wird in einem Schreiben ohne genaues Datum nur mit Angabe des aktuellen Monats mitgeteilt. So kann der Kunde nicht nachweisen bzw. nachvollziehen, ob er wirklich 6 Wochen im Voraus oder zu spät informiert wurde.
  • …wird als „Prognose“ bezeichnet und so vom Kunden nicht als Preiserhöhung erkannt.
  • …ist kaum nachzuvollziehen, weil nur der neue Preis, nicht aber der bisherige Preis genannt ist. Die Differenz wird nur deutlich, wenn der Kunde aktiv die Preise vergleicht. Auch eine Prozentangabe zur Erhöhung sucht man bei vielen Stromanbietern vergeblich.
  • …wird nur pro Kilowattstunde angeben, nicht pro Monat oder Jahr. Ein veränderter Centbetrag sieht deutlich harmloser aus als die monatliche oder jährliche Summe.

Vermischung von steuerlichen und anbieterbedingten Preisanstiegen:
Wenn sich Steuern oder andere staatliche Umlagen erhöhen, können Anbieter diese Preiserhöhung an die Kunden weitergeben. Allerdings nutzen einige unseriöse Versorger diese unabänderlichen Erhöhungen, um auch ihren eigenen Anteil am Strompreis zu erhöhen. Dies ist zwar legitim, muss jedoch verhältnismäßig erfolgen und sollte klar erkennbar sein. In der Realität gehen diese Mehrkosten jedoch oft in den erhöhten staatlichen Anteilen unter.

Hinweis: Auch Senkungen von Steuern oder Umlagen müssen zwingend immer an die Kunden weitergegeben werden. Das betrifft auch die Mehrwertsteuersenkung 2020 im Rahmen der Corona-Krise.

Lange Vertragslaufzeit inkl. Preiserhöhungen und Boni-Entfall:
Nicht nur bei der Mitteilung über eine Strompreiserhöhung, sondern auch bei Vertragsabschluss können Sie schon in die Falle tappen:

Angenommen, Sie schließen einen Stromvertrag ab, der auf den ersten Blick sehr günstig wirkt. Dann kann Ihnen folgender Trick zum Verhängnis werden: Auf vielen Vergleichsportalen werden nur die Erstjahrespreise aufgeführt. Durch eingerechnete Bonuszahlungen ist der Tarif zunächst sehr günstig. Leicht zu übersehen: Die Boni erhalten Sie nur im ersten Vertragsjahr.

Solche Verträge werden aber häufig für zwei Jahre oder länger abgeschlossen. Ab dem zweiten Jahr entfallen dann nicht nur die Boni, sondern solche Verträge kosten dann oft bis zu 30% mehr.

Die Klauseln in den AGB erfüllen die rechtlichen Forderungen, sind aber für Verbraucher kaum durchschaubar. So steht im zweiten Jahr eine saftige Strompreiserhöhung an und der Kunde ist weiterhin an den Vertrag gebunden.

Wann erhöhen Stromanbieter die Preise?

Viele Kunden stellen sich rund um Strompreiserhöhungen zwei Fragen:

  • Zu welchem Zeitpunkt des Jahres sind Preiserhöhungen durch den Stromanbieter möglich?
  • In welchen Fällen darf ein Stromanbieter die Preise erhöhen?

Zu welchem Zeitpunkt erfolgen Strompreiserhöhungen?

Häufig herrscht Unklarheit darüber, wann Stromanbieter die Kosten erhöhen. Die meisten Stromversorger führen einmal jährlich eine Preiserhöhung durch. Es gibt allerdings keinen festgelegten Monat für den Anstieg der Energiekosten.

  • Der klassische Zeitpunkt für eine Anhebung der Strompreise ist der Jahreswechsel, da zu diesem Zeitpunkt normalerweise auch Änderungen bei Umlagen und Steuern sowie bei Netzentgelten erfolgen. Eine Information über eine Erhöhung zum 01. Januar des Folgejahrs würden Sie also spätestens Mitte November erhalten.
  • Was vielen Kunden nicht bewusst ist: Die Preisanhebung muss nicht zum Jahresende angekündigt und zu Neujahr durchgeführt werden.
  • Zahlreiche Anbieter erhöhen die Preise erst im April oder sogar erst im August, wenn viele Verbraucher nicht von einer Preisanpassung ausgehen. Beispielsweise bei E.ON ist dies nicht unüblich.
  • Doch auch im Herbst können Preiserhöhungen erfolgen. Dann steigt der Verbrauch, was viele Anbieter gleich nutzen, um von den Kunden einen höheren Kilowattstundenpreis einzufordern.

Eine Preisanpassung ist also zu jedem Zeitpunkt möglich. Durch eine übersehene Strompreiserhöhung verpassen Sie vermutlich Ihre Chance auf eine Sonderkündigung. Im schlechtesten Fall sind Sie dann noch lange (je nach Ihrer aktuellen Vertragslaufzeit) an den Anbieter gebunden und zahlen deutlich teurere Preise.

Tipp: Achten Sie das ganze Jahr über auf Briefe oder Mails von Ihrem Stromanbieter. Das gilt auch, wenn Sie gerade erst einen Vertrag abgeschlossen haben, denn auch dann können Preisanhebungen vorkommen.

In welchen Fällen können Stromanbieter die Preise erhöhen?

In welchem Fall der Stromversorger die Preise anheben darf, hängt davon ab, ob es sich um den Grundversorger oder einen freien Anbieter handelt.

  • Grundversorger können laut Gesetz die Preise erhöhen, wenn Preisbestandteile teurer werden, die sie nicht beeinflussen können (z. B. Netznutzungsentgelte, Steuern/Umlagen, Börsenpreise des Stroms).
  • Freie Anbieter können Erhöhungen bei diesen Preisbestandteilen nur an die Kunden weitergeben, wenn sie dies vorher in den AGB des Stromvertrags festgelegt haben (Preisänderungsrecht).

Manche Anbieter nutzen den Anstieg der Preisbestandteile, auf die sie keinen Einfluss haben, um auch Ihren eigenen Anteil (rund ein Viertel des Preises) zu erhöhen. Teilweise wird versucht, den Kunden diese Steigerung unbemerkt unterzuschieben.

Tipp: Prüfen Sie Ihr Informationsschreiben genau auf Gründe für die Verteuerung. Weitere Tipps hierzu finden Sie im nächsten Abschnitt.

Strompreiserhöhung – was tun? Sonderkündigungsrecht, Anbieterwechsel und Widerspruch

Eine Strompreiserhöhung müssen Sie nicht hinnehmen. Das sollten Sie auch nicht – denn über die Jahre steigen Ihre Stromkosten durch zahlreiche Anhebungen evtl. in schwindelerregende Höhe. Dadurch finanzieren Sie als Bestandskunde i. d. R. die günstigen Neukundenangebote mit.

Tipp: Nehmen Sie die Begründung für die Preisanhebung genauer unter die Lupe. Das gilt insbesondere bei Strompreiserhöhungen von mehr als 10 %. Doch auch bei geringeren Anhebungen lohnt sich die Überprüfung: Es kann z. B. vorkommen, dass die EEG-Umlage um 4 Prozent erhöht wird, der Anbieter jedoch 5 Prozent weitergibt, um selbst zu profitieren. Vergleichen Sie daher die Gründe für die Erhöhung mit Informationen, die Sie im Internet zum jeweiligen Strompreis-Bestandteil finden (z. B. Erhöhung der EEG-Umlage im entsprechenden Jahr).

Im Folgenden verraten wir Ihnen, was Sie bei einer Strompreiserhöhung tun können. Das hängt davon ab, ob Sie einen Grundversorgungs- oder einen Sondervertrag haben.

Direkt kündigen (beim Grundversorgungsvertrag)

Wenn Sie aktuell in der Grundversorgung sind und von Ihrem Anbieter über eine Preisanpassung informiert werden, brauchen Sie kein Sonderkündigungsrecht: In der Grundversorgung haben Sie immer eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Das heißt: Sie müssen die Preiserhöhung, die sechs Wochen später erfolgen soll, nicht abwarten, sondern können sofort kündigen und zwei Wochen später schon von einem günstigeren Anbieter beliefert werden. Das empfiehlt sich besonders, da die Grundversorgung die teuerste Strom-Option ist.

Sonderkündigungsrecht nutzen (beim Sondervertrag/freien Anbieter)

Bei einer Preiserhöhung durch einen selbstgewählten Anbieter, also im Sondervertrag, können Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Hier die wichtigsten Infos zur Sonderkündigung bei einer Preiserhöhung durch den alternativen Anbieter:

  • Sie müssen sich bei Nutzung des Sonderkündigungsrechts nicht mehr an die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist
  • Sie können Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen, sobald Sie vom Versorger die schriftliche Information über die Mehrkosten erhalten haben.
  • Wie lange das Sonderkündigungsrecht gilt, wird Ihnen von Ihrem Anbieter im Preiserhöhungsschreiben mitgeteilt oder ist in den AGB Ihres Stromvertrags festgelegt (meist in einem eigenen Abschnitt zu Kündigung wegen Strompreiserhöhung).
    Das Sonderkündigungsrecht gilt meist ab der Mitteilung bis zum Inkrafttreten der Preiserhöhung.
    Beispiel: Wenn die Preise zum 01.01.2021 erhöht werden und eine Sonderkündigung erfolgt, endet der Vertrag am 31.12.2020.
  • Sie sollten sich also mit der Kündigung und dem Anbieterwechsel beeilen. Sobald die Frist verstrichen ist, müssen Sie die erhöhten Preise für die restliche Vertragslaufzeit akzeptieren.
  • In den meisten Fällen ist das Sparpotenzial durch einen Wechsel enorm.

Häufige Fragen zum Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhungen:

Das Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhungen wirft häufig Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten.

Die Auszahlung des Neukundenbonus erfolgt meist erst nach Ende des 1. Vertragsjahrs. Normalerweise ist die Auszahlung an die Bedingung geknüpft, dass der Kunde auch volle 12 Monate gezahlt hat. Bei einer Preiserhöhung sollten Sie daher durchrechnen, was mehr Sinn macht (s. Infografik):

Strompreiserhöhung Sonderkündigung trotz ausstehender Bonusauszahlung

Sie können…

a) …den Vertrag bis zum Ende des 12. Vertragsmonats fortsetzen, die Prämie erhalten und erst rechtzeitig vor dem 13. Monat kündigen oder…

b) …den Vertrag mit dem Sonderkündigungsrecht beenden und die Prämie voraussichtlich nicht erhalten.

Wägen Sie nun ab…

  • …wie hoch die Bonuszahlung ist und ob es sich lohnt, dafür die Preiserhöhung in Kauf zu nehmen.
  • …wie lange Sie noch im teureren Vertrag bleiben müssten, bis die Laufzeit erfüllt ist und Sie regulär kündigen könnten.

In der Regel ist der Neukundenbonus hoch genug, dass es sich lohnt, trotz Preiserhöhung noch einige Monate beim alten Tarif zu bleiben. Dann können Sie fristgerecht kündigen, den Bonus erhalten und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Ja, wenn Sie Ihr Sonderkündigungsrecht aufgrund einer Preisanhebung nutzen wollen, müssen Sie selbst kündigen (anders als bei einer regulären Kündigung, bei der sich oft der neue Anbieter um die Beendigung des alten Vertrags kümmert).

Nein. Wenn die Bonuszahlungen nach dem ersten Jahr nicht mehr gezahlt werden, hat das zwar genau genommen eine Strompreiserhöhung zur Folge. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie in diesem Fall jedoch nicht, da Sie vertraglich über die Konditionen bzgl. der Bonuszahlungen informiert waren.

Ihr Sonderkündigungsschreiben aufgrund einer Preissteigerung sollte folgende Informationen enthalten:

  • Name
  • Adresse, an der der Strom verbraucht wird (Verbrauchsstelle)
  • Kundennummer
  • Zählernummer Ihres Stromzählers
  • WICHTIG: Verweis auf Ihr Sonderkündigungsrecht aufgrund einer Preiserhöhung
  • Aktuelles Datum und Datum, zu dem die Kündigung erfolgen soll
  • Bitte um schriftliche Kündigungsbestätigung

Tipp: Ihr Sonderkündigungsrecht können Sie nur innerhalb einer kurzen Zeitspanne nutzen. Senden Sie die Kündigung daher am besten per Einschreiben an den Anbieter, um auszuschließen, dass sie verlorengeht.

Stromtarifvergleich und Anbieterwechsel

Wenn Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen oder kurzfristig aus der Grundversorgung aussteigen, sollten Sie sich frühestmöglich nach einem neuen Anbieter umsehen.

Wichtig: Falls Sie nach einer Sonderkündigung beim freien Anbieter nichts unternehmen, landen Sie automatisch in der Grundversorgung. Diese ist zwar recht teuer, lässt sich aber auch mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen wieder verlassen.
Als Zwischenlösung vom Grundversorger beliefert zu werden, ist daher immer noch besser, als das Sonderkündigungsrecht verstreichen zu lassen und trotz Preiserhöhung beim alten Anbieter zu bleiben.

Nutzen Sie die Preiserhöhung und Sonderkündigung, um einen zuverlässigen, günstigen Anbieter auszuwählen und so früh wie möglich dorthin zu wechseln. Hier lohnt sich ein sorgfältiger Stromtarifvergleich, um nicht nur den billigsten, sondern auch den besten Versorger zu finden. Viele Haushalte sparen durch einen Anbieterwechsel mehrere Hundert Euro jährlich.

Achten Sie besonders darauf, einen seriösen Anbieter und einen Tarif mit Preisgarantie zu finden. Dadurch sind Sie im neuen Vertrag erstmal vor Preisanhebungen sicher. Doch Preisgarantie ist nicht gleich Preisgarantie – nicht immer sind Sie geschützt. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im Abschnitt „Strompreiserhöhung trotz Preisgarantie?“.

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Sie möchten den Anbieter aufgrund einer Preiserhöhung wechseln, sind sich aber nicht sicher, worauf Sie achten müssen? Oder Sie haben schlicht keine Lust, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, möchten aber trotzdem sparen? Dann können Sie cheapenergy24 mit dem Wechsel beauftragen:

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Widerspruch gegen Strompreiserhöhung einlegen

Eine weitere Möglichkeit bei einer Strompreiserhöhung ist Widerspruch einzulegen, sofern Sie beim Anbieter bleiben möchten (z. B. wegen eines günstigen Tarifs). Sie können damit nicht nur Ihre Unzufriedenheit bekunden, sondern sind auch rechtlich abgesichert: Falls sich herausstellt, dass die Strompreiserhöhung nicht gerechtfertigt war, können Sie leichter Rückzahlungsansprüche geltend machen.

Hinweis: Unkomplizierter als ein Widerspruch ist ein Stromanbieterwechsel, um die Preiserhöhung erst gar nicht mitzunehmen. Wenn Ihr Widerspruch abgelehnt wird, sind Sie zunächst an den teureren Tarif gebunden.

Inzwischen sind die meisten Strompreiserhöhungen rechtlich einwandfrei, allerdings nicht in allen Fällen. Der Stromversorger wird aber durch einen Widerspruch zumindest gezwungen, die Preiserhöhung ausführlich und plausibel zu begründen.

In folgenden Fällen kann ein Widerspruch gegen die Anhebung des Strompreises sinnvoll sein:

  • Eine rechtliche Grundlage für die Erhöhung ist nicht gegeben, z. B. wenn in den AGB Ihres alternativen Anbieters keine Preisanpassungsklausel enthalten ist.
  • Die Preisanpassung ist unangemessen (sog. Unbilligkeit): Die Erhöhung entspricht nicht der Entwicklung der Gesamtkosten des Stromanbieters, sondern es liegt z. B. eine unverhältnismäßige Steigerung der Gewinnmarge zugrunde.
  • Die Preiserhöhung ist in versteckter Form erfolgt, es war also nicht klar erkennbar, dass es sich um eine Strompreiserhöhung handelt.
  • Der Stromversorger hat in seiner Mitteilung nicht auf das Sonderkündigungsrecht
  • Die Preissteigerung wurde gar nicht oder weniger als 6 Wochen vor Inkrafttreten der neuen Preise angekündigt.
  • Die Strompreiserhöhung wurde nicht detailliert erläutert (anhand der Preisbestandteile, die teurer werden).

Wenn Sie Widerspruch einlegen möchten, informieren Sie den Versorger schriftlich darüber und stellen Sie klar, dass Sie die erhöhten Preise nicht zahlen werden. Ihre Abschläge können Sie ggf. per Überweisung auf Vorbehalt begleichen, um die zu viel gezahlte Summe notfalls leichter zurückfordern zu können.

Einige Anbieter drohen auf einen Widerspruch hin mit einer Vertragskündigung. Doch selbst wenn dieser Fall eintreten sollte, werden Sie immer noch von der Grundversorgung beliefert, bis Sie einen neuen Stromversorger gefunden haben. Manche Anbieter ziehen die Strompreiserhöhung nach einem Widerspruch zurück, um Sie als Kunden nicht zu verlieren.

Wenn sich die Angelegenheit nicht mit dem Anbieter lösen lässt, sind mögliche Anlaufstellen zur Klärung des Sachverhalts folgende:

  • Örtlicher Energieberater
  • Verbraucherschutzzentralen
  • Schlichtungsstelle Energie (telefonisch)
  • Notfalls: Fachanwalt

Im Zweifel muss ein Gericht entscheiden, ob es eine rechtsgültige Ankündigung der Preiserhöhung gegeben hat und ob diese gerechtfertigt war.

Preisgarantie: Schutz gegen Strompreiserhöhungen?

Eine Preisgarantie dient dazu, den Strompreis während der Vertragslaufzeit sichern. Doch teilweise betrifft dies nicht alle Preisbestandteile. Anders gesagt: Je nach Art der Preisgarantie kann es sehr wohl zu Preiserhöhungen kommen, wenn bestimmte Anteile der Stromkosten teurer werden.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Preisgarantien:

  • Eingeschränkte Preisgarantie: Garantiert gleichbleibend sind nur die Anteile des Stromanbieters und das Netznutzungsentgelt. Steuern, Abgaben und Umlagen können trotzdem steigen und eine Preisanhebung für den Verbraucher zur Folge haben.
  • Uneingeschränkte/vollständige Preisgarantie: Der Verbraucher ist vor Preiserhöhungen durch Steuern, Abgaben oder Umlagen geschützt; lediglich die Mehrwertsteuer kann zu Verteuerungen führen. Dies ist der umfangreichste Schutz vor Preiserhöhungen.
  • Energiepreisgarantie: Diese Garantie – die unsicherste Form der Preisgarantie –sichert lediglich den Anteil des Stromanbieters, nicht aber Steuern, Umlagen, Netznutzungsentgelte etc.

Hier erfahren Sie weitere Details zu den verschiedenen Preisgarantien.

Tipp: Nicht jeder Stromvertrag beinhaltet eine Preisgarantie. Achten Sie auf eine Preisgarantie für mindestens 12 Monate, wenn Sie einen 12-Monats-Vertrag abschließen möchten. Im Optimalfall handelt es sich um eine vollständige Preisgarantie. So müssen Sie sich keine Sorgen um Strompreiserhöhungen während Ihrer Vertragslaufzeit machen (außer im unwahrscheinlichen Fall einer Mehrwertsteuererhöhung).

Strompreiserhöhung durch EEG-Umlage

Die EEG-Umlage macht inzwischen fast ein Viertel des Strompreises aus und hat damit großen Einfluss bei Strompreiserhöhungen.

Was ist die EEG-Umlage?

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert. Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ist geregelt, dass den Erzeugern von regenerativen Energien (z. B. Windkraft) eine Abnahme garantiert wird. Ihr Strom wird ihnen für 20 Jahre zu einem bestimmten Preis pro Kilowattstunde vergütet.

Die EEG-Umlage hat sich im letzten Jahrzehnt fast verdreifacht und…

  • …lag im Jahr 2000 noch bei 0,19 Cent pro Kilowattstunde
  • …war 2010 bereits auf rund 2 ct/kWh angestiegen
  • …erreichte 2017 ihr Rekordhoch mit knapp 6,9 ct/kWh
  • …liegt 2020 bei fast 6,8 ct/kWh

Die EEG-Umlage wird von allen Privatverbrauchern über den Strompreis bezahlt und vom Stromversorger an den Staat abgegeben. Wenn die Umlage erhöht wird, geben viele Anbieter dies über eine Preiserhöhung direkt an die Kunden weiter – meist zum Jahreswechsel. Doch auch wenn die EEG-Umlage der Grund für eine Strompreiserhöhung ist, können die Kunden ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln.

Laut Prognosen soll die EEG-Umlage im Jahr 2021 weiter ansteigen: Einer Pressemitteilung von Verivox zufolge könnte der Wert auf 8,6 ct/kWh steigen und z. B. für einen 3-Personen-Haushalt eine deutliche Strompreiserhöhung mit sich bringen: Bei einem Verbrauch von 4000 kWh wären es jährlich  88 Euro mehr. Ein Stromanbieterwechsel wird also immer lohnenswerter.

Wer erhöht 2020 die Strompreise?

Wer von einer Strompreiserhöhung betroffen ist, hängt von Region, Anbieter und Tarif ab. Das liegt z. B. daran, dass die Netznutzungsentgelte je nach Ort bzw. Bundesland unterschiedlich sind.

Im Jahr 2020 lautet die Frage allerdings nicht so sehr „Wer erhöht die Strompreise?“, sondern eher: „Wer erhöht die Preise NICHT?“ Laut Strom-Report haben über 600 Stromanbieter für das Jahr 2020 die Preise angezogen – also knapp 80 % aller Versorger! Dadurch sind in diesem Jahr knapp 9 Millionen Haushalte in Deutschland von einer Strompreiserhöhung betroffen.

Wer einen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden hat (ungefähr ein 3-Personen-Haushalt), muss Strom-Report zufolge durchschnittlich 72 Euro zusätzlich zahlen. Bei höherem Verbrauch schlägt die Preisanpassung natürlich noch stärker zu Buche.

Der hohe Anstieg der Stromkosten kommt dadurch zustande, dass alle Preisbestandteile aktuell ansteigen – d. h. die Anteile für Stromerzeugung, Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben. Verschont bleiben u. a. die Haushalte, die eine entsprechende Preisgarantie abgeschlossen haben.

Hier gelangen Sie zu einer Übersicht von Strom-Report, welche Stromanbieter in Deutschland für 2020 die Preise erhöht haben.

Auch für 2021 wird es voraussichtlich wieder zahlreiche Preiserhöhungen durch die Anbieter geben. Die ersten sollten Ende November für Anfang 2021 bei den Haushalten eintreffen.

Strompreiserhöhung durch Corona 2020/2021?

Durch die Corona-Krise kann der Verbrauch auf der Jahresendabrechnung 2020 bei vielen Privatkunden höher ausfallen als sonst. Während der Stromverbrauch von Großkunden stark gesunken ist, können u. a. folgende Faktoren für einen Verbrauchsanstieg bei Privatverbrauchern sorgen:

  • Home Office und Home Schooling inkl. intensiver Nutzung von technischen Geräten
  • Generell erhöhter Aufenthalt zuhause und vermehrte Nutzung von technischen Geräten, z. B. zu Kommunikationszwecken oder Entertainment während des Lockdowns

Der Anstieg wird voraussichtlich überschaubar bleiben, wie Messungen in Großbritannien vermuten lassen. Dort ist der Stromverbrauch um 4-5 % angestiegen (Quelle: tagesschau.de).

Doch wie wirkt sich die Corona-Krise auf dem Strompreis aus – kommt es zu einer Strompreiserhöhung oder einer -senkung für den Privatkunden? Hier die Fakten:

  • Die Preise an der Leipziger Strombörse sind in der ersten Jahreshälfte 2020 gesunken: Sie haben sich durch die Corona-Pandemie nahezu halbiert (Quelle: tagesschau.de).
  • Stromversorger haben demnach geringere Kosten für Stromlieferungen im Jahr 2021, denn sie können Strom an der Börse deutlich günstiger als sonst einkaufen.
  • Für 2020 haben Stromversorger jedoch zu teuer Strom erworben.
  • Für Privatverbraucher kommt es für das Jahr 2021 trotz gesunkener Strom-Einkaufspreise zu einer Erhöhung der Strompreise: Der Durchschnittspreis wird voraussichtlich bei einem Rekordhoch von 30,23 ct/kWh liegen (Quelle: Verivox).
  • Die gesunkenen Preise kommen v. a. Neukunden zugute, während Bestandskunden mit einer Strompreiserhöhung rechnen müssen.
  • Stromanbieter tendieren dazu, gestiegene Einkaufspreise schnell an die Kunden weiterzugeben, gesunkene Preise allerdings eher ungern.
  • Durch die EEG-Umlage müssen Verbraucher für 2021 mit Strompreiserhöhungen rechnen – trotz des billiger eingekauften Stroms während der Corona-Krise.

Fazit: Corona bringt für Stromversorger zwar einen Preissturz, für Verbraucher aber trotzdem eine Preiserhöhung. Ein Stromanbieterwechsel lohnt sich in den meisten Fällen richtig, da Sie jetzt mehr als je zuvor von guten Neukunden-Angeboten profitieren können.

Häufige Fragen zur Strompreiserhöhung

Hier haben wir die häufigsten Fragen für Sie zusammengetragen, falls noch Unklarheiten zum Thema Strompreisanhebung bestehen. Unsere Energie-Experten geben Ihnen die Antworten.

Ja, bei einer Strompreiserhöhung haben Sie immer ein Sonderkündigungsrecht, sodass Ihre eigentliche Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist nicht mehr verpflichtend sind. In § 41 Abs. 3 EnWG heißt es dazu: „Ändert der Lieferant die Vertragsbedingungen einseitig, kann der Letztverbraucher den Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.“

Wenn Ihr Anbieter die Strompreise erhöht, muss er Sie darüber 6 Wochen im Voraus schriftlich informieren. Falls Sie Ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen wollen, muss Ihre Kündigung vor Inkrafttreten der erhöhten Preise beim Anbieter eingehen. Ab dem Tag, an dem die neuen Preise gelten, ist Ihr Recht zur außerplanmäßigen Kündigung erloschen. Wenn Sie gekündigt haben, endet der Vertrag zu dem Zeitpunkt, zu dem die Preissteigerung eintreten würde.

Der Stromanbieter muss den Kunden eine Strompreiserhöhung schriftlich mitteilen. Das ist entweder per Brief oder per Mail möglich. Obwohl die Ankündigung per Gesetz transparent sein soll, ist die Erhöhung oft sehr schwer zu erkennen.

Von einer Strompreiserhöhung erfahren Sie i. d. R. 6 Wochen, bevor die neuen Preise gelten. Dann können Sie bis zum Inkrafttreten der neuen Preise kündigen.

Wenn Sie den Stromanbieter wechseln möchten, sollten Sie sich frühestmöglich um einen günstigen Tarif kümmern – am besten direkt nach der Preiserhöhungsinformation.

Falls Sie kündigen und sich nicht bei einem neuen Versorger anmelden, landen Sie automatisch in der Grundversorgung. Diese ist meist teurer, kann aber mit zwei Wochen Vorlaufzeit gekündigt werden, sodass dann ein schneller Anbieterwechsel möglich ist.

Wird bei Ihnen die Zeit bis zum Inkrafttreten der erhöhten Preise knapp? Wir senden Ihnen gerne einen Tarifvorschlag und wechseln auf Wunsch rechtzeitig für Sie zum neuen Stromversorger. So entgehen Sie nicht nur der Preissteigerung, sondern sparen ab dem Wechsel den maximalen Betrag. Hier können Sie ein kostenloses, unverbindliches Angebot anfordern.

In einigen Fällen kann eine Strompreiserhöhung für unwirksam erklärt werden, z. B.

  • wenn keine Ankündigung erfolgt ist
  • wenn die Preisänderung nicht verständlich dargestellt war
  • wenn kein Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht enthalten war

Holen Sie sich hier ggf. rechtliche Unterstützung. In vielen Fällen haben Verbraucher Anspruch auf eine nachträgliche Erstattung, wenn Verbraucherzentralen die entsprechenden Energieversorger erfolgreich abmahnen.

Fazit zur Strompreiserhöhung

Eine Strompreiserhöhung ist eine gute Gelegenheit, sich vom bisherigen Anbieter zu verabschieden und bessere Tarife zu nutzen. Durch den hohen Konkurrenzkampf auf dem deutschen Strommarkt ist es nicht schwer, einen günstigeren Tarif zu finden. Allerdings gibt es auch einige schwarze Schafe unter den Energieversorgern. Wir haben für Sie alle wichtigen Aspekte beim Stromanbieter wechseln zusammengestellt.

Hier die wichtigsten Tipps zur Strompreiserhöhung:

  • Nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht, denn es bietet die Chance, einen ungünstigen Vertrag auch dann zu beenden, wenn Sie eigentlich noch viele Monate an den teuren Anbieter gebunden wären. Akzeptieren Sie die Preiserhöhung nicht ohne Weiteres, denn die Strompreise steigen unaufhaltsam!
  • Durch einen jährlichen Stromanbieterwechsel (d. h. 12-Monats-Verträge) sparen Sie am meisten. Einerseits sichern Sie sich die Flexibilität, immer zum günstigsten (Neukunden-)Tarif wechseln zu können. Andererseits profitieren Sie von Bonuszahlungen für Neukunden, die pro Anbieter mehrere Hundert Euro betragen können. Die Ersparnis summiert sich bei jährlichem Wechsel schnell.
  • Achten Sie beim neuen Vertrag auf eine 12-monatige Preisgarantie, falls möglich eine vollständige. Die Garantie sollte so lang sein wie die Vertragslaufzeit, um Preiserhöhungen definitiv ausschließen bzw. auf ein Minimum zu reduzieren (Mehrwertsteuererhöhung).
  • Nutzen Sie den Stromwechsel-Assistent von cheapenergy24, wenn Ihnen der Anbieterwechsel zu aufwändig ist: Anhand Ihres Jahresverbrauchs und Wohnorts suchen wir für Sie den günstigsten und besten Tarif und kümmern uns um den kompletten Wechsel. Und das nicht nur einmalig, sondern auf Wunsch jedes Jahr. So sparen Sie ohne Aufwand immer die maximale Summe.

Gerade durch die Entwicklungen im Rahmen der Corona-Krise (teurere Preise für Verbraucher trotz günstigeren Einkaufspreisen) und der Energiewende (Anstieg der EEG-Umlage), also einem ständig steigenden Strompreis, lohnt es sich, baldmöglichst von günstigeren Angeboten zu profitieren. So müssen Sie sich nicht mehr über Strompreiserhöhungen ärgern.

Ihnen liegt aktuell keine Preiserhöhung vor? Auch dann sollten Sie unbedingt günstigere Angebote nutzen. Überprüfen Sie gleich Ihre Kündigungsfrist (in der Grundversorgung nur 14 Tage!) und stoßen Sie Ihren Stromanbieterwechsel an!

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