Strompreisbremse: Höhe, Basisverbrauch und Umsetzung

Die Strompreisbremse soll eine finanzielle Entlastung für Verbraucher schaffen, denn die Stromkosten sind 2022 in nie dagewesene Höhen gestiegen. Hier erfahren Sie, wie die Strompreisbremse (auch: Strompreisdeckel) funktioniert und auf welchen Stromverbrauch sie begrenzt ist. Außerdem lesen Sie hier, wie die finanzielle Entlastung praktisch umgesetzt wird, wer sie nutzen kann und wie lange die Regulierung gilt.

Was ist die Strompreisbremse?

Die Strompreisbremse ist ein Instrument der Bundesregierung, das in Deutschland die extrem angestiegenen Stromkosten (s. Strompreisentwicklung) für Verbraucher begrenzen bzw. senken soll.

Gut zu wissen: Eine Übernahme des Dezember-Abschlags 2022 durch den Staat erfolgt beim Strom nicht. Dies ist nur im Rahmen der Gaspreisbremse der Fall (bei Gas- und Fernwärme-Kunden).

Wie funktioniert die Strompreisbremse?

Durch die Strompreisbremse erhalten Verbraucher 80 Prozent ihres Vorjahresverbrauchs für 40 Cent pro Kilowattstunde.

Bei diesen 80 Prozent spricht man auch vom „Basisverbrauch“. Die Bremse bezieht sich auf 40 Cent brutto, also inkl. Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte.

Alle Kilowattstunden, die über den Basisverbrauch hinausgehen, werden zum vereinbarten Preis des Anbieters abgerechnet.

So soll ein Anreiz zum Energiesparen geschaffen werden, denn die zusätzlichen Kilowattstunden können entsprechend teuer ausfallen.

Hier gelangen Sie bei Interesse zu einem Beispiel zur Strompreisbremse.

Strompreisbremse

Wann gilt die Strompreisbremse?

Die Strompreisbremse soll vom 01.03.2023 bis 30.04.2024 gelten, allerdings werden im März 2023 rückwirkend die Entlastungen für Januar und Februar 2023 angerechnet.

Ursprünglich war der Start der Strompreisbremse für den 01.01.2023 geplant, es kam allerdings zu Verzögerungen bei der Umsetzung durch die Politik.

Für wen gilt die Strompreisbremse?

Die Strompreisbremse gilt für Privatverbraucher sowie kleine und mittlere Unternehmen. Sie greift sowohl beim Strom als auch beim Heizstrom, also für strombetriebene Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen.

Die Strompreisdeckelung findet nur bei Verbrauchern Anwendung, die mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde zahlen würden. Wer einen geringeren Arbeitspreis vereinbart hat, zahlt diesen unverändert ohne Zuschüsse.

Auch für Industriebetriebe soll ein Strompreisdeckel eingeführt werden. Der geplante Nettopreis von 13 Cent pro Kilowattstunde soll für 70 Prozent des Verbrauchs im Jahr 2021 gelten.

Für bestimmte Betriebe und Einrichtungen soll zudem ein Härtefallfonds zur Verfügung gestellt werden, z. B. für Krankenhäuser und Kultureinrichtungen.

Wie wird die Strompreisbremse umgesetzt?

Folgendermaßen soll die Strompreisbremse abgerechnet werden: Verbraucher erhalten 80 % ihres Vorjahresverbrauchs zum Preis von maximal 40 Cent, wenn der Preis ihres Stromanbieters eigentlich höher wäre. Diese Einsparung, also die Differenz zwischen den 40 Cent und dem Preis des Anbieters, soll vom Anbieter mit den monatlichen Abschlagszahlungen verrechnet und auf der Rechnung aufgeführt werden.

Hinzu kommt ggf. der Kostenanteil für den Verbrauch, der über den Basisverbrauch hinausgeht, also die restlichen 20 %. Dieser wird zum Preis des jeweiligen Stromanbieters abgerechnet.

Das heißt: Sie müssen nichts tun, sondern erhalten automatisch die Entlastung. Sie zahlen wie gewohnt Ihre Abschläge, die der Anbieter ggf. entsprechend senkt. Zuschüsse vom Staat gehen nicht direkt an Sie, sondern an Ihren Stromversorger, der sie mit den Kosten verrechnet.

Zusätzlich zur Strompreisbremse sparen: Jetzt Anbieter wechseln

Trotz der Strompreisbremse lohnt es sich, einen Tarifvergleich und ggf. einen Anbieterwechsel durchzuführen. Das hat folgende Gründe:

  1. Aktuell führen viele Energieversorger starke Strompreiserhöhungen durch, weshalb sich oft günstigere Tarife finden lassen.
  2. Die Preisdeckelung bei 40 Cent pro Kilowattstunde gilt nur für 80 Prozent Ihres Vorjahresverbrauchs. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen Sie den Kilowattstundenpreis Ihres jeweiligen Tarifs. Ein möglichst günstiger Stromtarif zahlt sich also trotz Preisbremse aus.
  3. Aktuell gibt es viele Neukundenangebote mit hoher Bonuszahlung, oft i. H. v. mehreren hundert Euro.

Warum lohnt sich die Kombination von Bonustarifen und der Strompreisbremse besonders?

Momentan bieten viele Stromanbieter Neukundenangebote mit hoher Bonuszahlung an. Durch diesen Bonus lässt sich in vielen Fällen eine Ersparnis i. H. v. mehreren hundert Euro erzielen.

Wichtig zu wissen: Der Kilowattstundenpreis fällt bei diesen Bonustarifen zwar meist höher aus und beträgt i. d. R. über 40 Cent, dies spielt für Sie allerdings keine Rolle: Durch die Strompreisbremse zahlen Sie maximal 40 Cent für 80 Prozent Ihres Verbrauchs. Durch den hohen Bonus sind die Gesamtkosten geringer als mit einem Tarif, der zwar einen niedrigeren Kilowattstundenpreis bietet, dafür aber keine Bonuszahlung.

Hier vergleichen wir im Rahmen der Strompreisbremse einen Tarif mit günstigerem Arbeitspreis ohne Bonus mit einem Tarif mit teurerem Arbeitspreis inklusive Bonus bei einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden:

Tarif ohne Neukundenbonus mit niedrigerem Arbeitspreis:

  • Arbeitspreis: 43 ct/kWh
  • Jahresverbrauch von 3.500 kWh, d. h. 2.800 kWh 80 % und 700 kWh 20 % des Verbrauchs
  • Für 2.800 kWh werden durch die Strompreisbremse 40 ct/kWh berechnet (= 1.120 €); 700 kWh kosten 43 ct/kWh (= 301 €)
  • + Grundpreis i. H. v. 130 €
  • Gesamtkosten: 1.551 €
  • Durchschnittlicher Arbeitspreis von 44 ct/kWh

Tarif mit Neukundenbonus mit höherem Arbeitspreis:

  • Arbeitspreis: 48 ct/kWh
  • Bonuszahlung: 300 €
  • Jahresverbrauch von 3.500 kWh, d. h. 2.800 kWh 80 % und 700 kWh 20 %
  • Für 2.800 kWh werden 40 ct/kWh berechnet (= 1.120 €); 700 kWh kosten 48 ct/kWh (= 336 €)
  • + Grundpreis i. H. v. 130 €
  • Gesamtkosten: 1.586 € abzgl. Einsparung durch Bonus (300 €) = 1.286 €
  • Durchschnittlicher Arbeitspreis von 37 ct/kWh

Wie das Beispiel zeigt, ist der Arbeitspreis im Bonustarif zwar höher, durch die Bonuszahlung ergibt sich allerdings eine nennenswerte Einsparung (im Beispiel liegt der Preisunterschied zwischen den beiden Tarifen bei 265 Euro).

Hinweis: Voraussichtlich werden die hohen Bonuszahlungen nur vorübergehend verfügbar sein (nach aktuellen Annahmen bis Ende 2022). Es lohnt sich deshalb ein frühzeitiger Wechsel, um noch von den günstigen Angeboten zu profitieren. Das gilt insbesondere, wenn Ihr aktueller Arbeitspreis über 40 Cent beträgt.

Finden Sie gleich über unseren Tarifrechner kostenlos und unverbindlich heraus, ob es aktuell einen günstigeren Tarif für Sie gibt. Es dauert nur wenige Minuten.

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Ist die örtliche Grundversorgung günstiger als Bonustarife?

Nein, da die Bonuszahlungen bei vielen Energieversorgern aktuell sehr hoch ausfallen, ist die Grundversorgung in den meisten Fällen derzeit nicht günstiger. Hinzu kommt, dass zahlreiche Grundversorger für das Jahr 2023 bereits extreme Preiserhöhungen vorgenommen haben oder dies im ersten Halbjahr 2023 tun werden.

Außerdem haben Sie im Grundversorgungstarif keine Preisgarantie. Preiserhöhungen sind also jederzeit möglich. Eine lohnenswerte Alternative ist es daher, sich jetzt einen Tarif mit Bonuszahlung zu sichern und von der Strompreisbremse zu profitieren. Dabei sollten Sie unbedingt auch auf eine Preisgarantie achten, um für einen bestimmten Zeitraum durch eine Preisgarantie vor Erhöhungen geschützt zu sein.

Beispiel zur Strompreisbremse

Wie die Strompreisbremse sich auswirkt, wird anhand eines konkreten Beispiels klarer:

Familie Müller hat Vorjahr als 3-Personen-Haushalt ca. 4.000 Kilowattstunden verbraucht. Eigentlich zahlt die Familie dafür im aktuellen Tarif 43 Cent pro Kilowattstunde.

Durch die Strompreisbremse kann sie 3.200 Kilowattstunden (80 % des voraussichtlichen Jahresverbrauchs) ab 2023 zum gedeckelten Preis von 40 ct/kWh beziehen. Für die restlichen 800 Kilowattstunden fällt der Preis von 43 ct/kWh an.

Es ergibt sich in diesem Fall durch die Strompreisbremse eine Einsparung von rund 100 Euro.

  • Kosten ohne Strompreisbremse: 4.000 kWh x 0,43 € = 1.720 €
  • Vergünstigter Anteil durch Strompreisbremse: 3.200 kWh x 0,40 € = 1.280 €
  • Nicht vergünstigter Anteil (über dem Basisverbrauch): 800 kWh x 0,43 € = 344 €
  • Summe der Kosten 1.280 € + 344 € = 1.624 €
  • Einsparung durch Strompreisbremse: 1.720 € – 1.624 € = 96 €

Wie wird die Strompreisbremse finanziert?

Die Kosten für die Strompreisbremse werden voraussichtlich für Privathaushalte und kleine Unternehmen bei 23-33 Milliarden Euro liegen, für Industriebtriebe bei weiteren 30-36 Milliarden Euro.

Folgende Quellen sollen zur Finanzierung der Strompreisbremse beitragen:

  • Begrenzte Zuschüsse aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF): Abwehrschirm i. H. v. 200 Milliarden Euro zur Dämpfung der Strom- und Gaspreise für Privatverbraucher und Industrie
  • (Teilweise) Abschöpfung von Zufallsgewinnen der Stromproduzenten (voraussichtlich zweistelliger Milliardenbetrag)
  • Höhere Steuereinnahmen durch gestiegene Energiepreise

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