Gaspreisbremse und Soforthilfe: Das müssen Sie wissen

Die Gaspreisbremse soll Verbraucher während der Energiekrise finanziell entlasten, denn die Gaskosten sind hoch wie nie zuvor. Es wird nicht nur ein Preisdeckel eingeführt, sondern auch eine Einmalzahlung im Dezember 2022. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Soforthilfe und zur Gaspreisbremse – was sie bedeutet, auf welchen Verbrauch sie begrenzt ist, wie sie umgesetzt wird, wer sie nutzen kann und wie lange die Regelung gilt.

Was ist die Gaspreisbremse?

Die Gaspreisbremse ist ein Instrument der Bundesregierung zur Begrenzung bzw. Senkung der Gaskosten für Verbraucher im Rahmen der Energiekrise, denn die Preise haben ein Rekordhoch erreicht (s. Gaspreisentwicklung). Gaskunden erhalten einen Basisverbrauch zu einem vergünstigten Preis.
Auch eine Strompreisbremse kommt 2023 zum Tragen.

Wann gilt die Gaspreisbremse?

Die Gaspreisbremse (auch: Gaspreisdeckel) soll vom 01. März 2023 bis 30. April 2024 gelten. Es werden allerdings rückwirkend für Januar und Februar 2023 die Entlastungen im März 2023 angerechnet.

Wie funktioniert die Gaspreisbremse?

Gaspreisbremse

Verbraucher können durch die Gaspreisbremse 80 Prozent ihres Vorjahresverbrauchs für 12 Cent pro Kilowattstunde beziehen. Man nennt diese 80 Prozent auch „Basisverbrauch“.

Hinweis: Wer 12 Cent oder weniger zahlt, profitiert nicht von der Gaspreisdeckelung.

Im Fall von Fernwärme liegt der Preisdeckel bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde für ebenfalls 80 Prozent des Jahresverbrauchs.

Die Kilowattstunden, die über den Basisverbrauch hinausgehen, werden zum Vertragspreis des Anbieters abgerechnet.

So soll durch die Gaspreisbremse auch ein Anreiz zum Energiesparen geschaffen werden.

Woran orientiert sich der Jahresverbrauch bzw. Basisverbrauch?

Entscheidend für die Gaspreisbremse ist der Vorjahresverbrauch. Hierzu betrachtet man die Jahresverbrauchsprognose, die als Grundlage für die Abschlagszahlung im September 2022 genutzt wurde.

Hier finden Sie Werte zum durchschnittlichen Gasverbrauch.

Hier finden Sie bei Interesse ein Beispiel zur Gaspreisbremse.

Wie wird die Gaspreisbremse umgesetzt?

Gaskunden, die mehr als 12 ct/kWh zahlen sowie Fernwärmekunden, die mehr als 9,5 ct/kWh zahlen, haben Anspruch auf die Preisbremse. Folgendermaßen soll die Entlastung abgerechnet werden:

Es ergibt sich eine Differenz zwischen der Deckelung i. H. v. 12 Cent für Gas (bzw. 9,5 Cent für Fernwärme) und dem Preis, den der Gasanbieter berechnet. Diese Einsparung soll der Anbieter monatlich mit den Abschlagszahlungen verrechnen und auf der Rechnung aufführen. Gasanbieter erhalten wiederum Zahlungen vom Staat.

Für wen gilt die Gaspreisbremse?

Die Gaspreisbremse gilt für private Haushalte, Vereine und kleine sowie mittelständische Unternehmen mit einem Gasverbrauch unter 1,5 Mio. kWh pro Jahr, die ohne die Maßnahme mehr als 12 Cent pro Kilowattstunde (bzw. mehr als 9,5 ct/kWh bei Fernwärme) zahlen würden. Verbraucher mit einem geringeren Arbeitspreis zahlen diesen unverändert für den vollen Jahresverbrauch.

Hinweis: Die Soforthilfe ist nicht an den jeweiligen Gaspreis gekoppelt und wird allen Haushalten gewährt (mehr dazu s. nächster Abschnitt).

Auch für bis zu 25.000 große Industriebetriebe soll ein Gaspreisdeckel eingeführt werden und bereits ab Januar 2023 gelten. 70 Prozent des Verbrauchs im Jahr 2021 werden voraussichtlich bezuschusst.

Bestimmte Betriebe und Einrichtungen sollen durch einen Härtefallfonds entlastet werden, z. B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen.

Lohnt sich ein Anbieterwechsel trotz Gaspreisbremse?

Ja, trotz Gaspreisbremse lohnt es sich, einen Tarifvergleich und ggf. einen Anbieterwechsel durchzuführen. Das hat folgende Gründe:

  1. Aktuell erfolgen bei vielen Anbietern starke Preiserhöhungen, sodass sich oft günstigere Tarife finden lassen.
  2. Die Preisdeckelung bei 12 Cent pro Kilowattstunde gilt nur für 80 Prozent Ihres Vorjahresverbrauchs. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen Sie den Kilowattstundenpreis Ihres jeweiligen Tarifs. Es lohnt sich also, einen möglichst günstigen Tarif zu finden.
  3. Aktuell gibt es zahlreiche Neukundenangebote mit hoher Bonuszahlung, durch die sich in vielen Fällen mehrere hundert Euro sparen lassen.

Warum lohnt es sich, die Kombination aus Gaspreisbremse und Bonus zu nutzen?

Aktuell gibt es zahlreiche attraktive Neukundenangebote unter den Gastarifen. Dabei fallen die Gesamtkosten v. a. durch einen hohen Neukundenbonus günstig aus: Oft werden als Anreiz zum Vertragsabschluss mehrere hundert Euro gezahlt.

Bei diesen Tarifen ist der Kilowattstundenpreis meist höher angesetzt und kann auch über 12 Cent liegen. Das ist für Sie aber nicht von Nachteil: Durch die Gaspreisbremse zahlen Sie trotzdem nicht mehr als 12 Cent, auch wenn der Arbeitspreis eigentlich höher ist. Gleichzeitig können Sie vom Bonus profitieren und zahlen so unterm Strich weniger als in einem Tarif mit niedrigerem Arbeitspreis ohne Bonus.

Wichtig: Momentan ist davon auszugehen, dass die hohen Bonuszahlungen nur vorübergehend verfügbar sein werden (voraussichtlich nur bis Ende 2022). Es lohnt sich also ein frühzeitiger Wechsel. Fordern Sie gleich eine kostenlose Tarifempfehlung an.

Nachfolgend vergleichen wir einen Tarif mit niedrigerem Arbeitspreis ohne Bonus mit einem Tarif mit teurerem Arbeitspreis inklusive Bonus bei einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden:

Tarif ohne Neukundenbonus mit niedrigerem Arbeitspreis:

  • Arbeitspreis: 19 ct/kWh
  • Jahresverbrauch von 20.000 kWh, d. h. 16.000 kWh 80 % und 4.000 kWh 20 % des Verbrauchs
  • 16.000 kWh für 12 ct/kWh (= 1.920 €); 4.000 kWh für 19 ct/kWh (= 760 €)
  • + Grundpreis i. H. v. 190 €
  • Gesamtkosten: 2.870 €
  • Durchschnittlicher Arbeitspreis von 14 ct/kWh

Tarif mit Neukundenbonus mit höherem Arbeitspreis:

  • Arbeitspreis: 23 ct/kWh
  • Bonuszahlung: 400 €
  • Jahresverbrauch von 20.000 kWh, d. h. 16.000 kWh 80 % und 4.000 kWh 20 %
  • 16.000 kWh für 12 ct/kWh (= 1.920 €); 4.000 kWh für 23 ct/kWh (= 920 €)
  • + Grundpreis i. H. v. 190 €
  • Gesamtkosten: 3.030 € abzgl. Einsparung durch Bonus (400 €) = 2.630 €
  • Durchschnittlicher Arbeitspreis von 13 ct/kWh

Der Arbeitspreis ist in diesem Fall beim Bonustarif zwar höher, die Gesamtkosten fallen durch den Bonus aber niedriger aus: Im Beispiel ist der Bonustarif 240 Euro günstiger als der Tarif ohne Bonus.

Hinweis: Die hohen Bonuszahlungen werden nach aktuellen Annahmen nur vorübergehend verfügbar sein (voraussichtlich etwa bis Ende 2022). Es lohnt sich deshalb ein frühzeitiger Wechsel, um noch von den günstigen Angeboten zu profitieren. Das gilt insbesondere, wenn Ihr Arbeitspreis für 2023 über 12 Cent beträgt.

Mit unserem Tarifrechner finden Sie innerhalb weniger Minuten kostenlos und unverbindlich heraus, ob es aktuell einen günstigeren Tarif für Sie gibt. Probieren Sie es gleich aus.

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Ist der örtliche Grundversorgungstarif günstiger als Bonustarife?

Zahlreiche Grundversorger haben für das Jahr 2023 bereits massiv die Preise angehoben oder werden dies im ersten Halbjahr 2023 tun. In den meisten Fällen ist es deshalb deutlich günstiger, ein Neukundenangebot inklusive Bonuszahlung zu nutzen. Ein weiterer Nachteil im Grundversorgungstarif: Sie haben keine Preisgarantie; eine Preiserhöhung ist also jederzeit möglich. Die bequeme Alternative ist es daher, sich schon jetzt einen Tarif mit Bonuszahlung zu sichern, von der Gaspreisbremse zu profitieren und für einen bestimmten Zeitraum durch eine Preisgarantie vor Erhöhungen geschützt zu sein.

Was ist die Soforthilfe Gas?

Durch die Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden sollen Verbraucher während der Energiekrise zügig finanziell entlastet werden: Die Bundesregierung übernimmt dabei den Dezember 2022-Abschlag aller Verbraucher von Gas und Fernwärme. So soll die Zeit bis zum Inkrafttreten der Gaspreisbremse (März 2023) finanziell überbrückt werden. Auch wer nicht von der Gaspreisbremse profitiert, kann die Soforthilfe erhalten.

Weitere Informationen zur Fernwärme-Soforthilfe finden Sie in den Häufigen Fragen.

Wie hoch ist die Soforthilfe für Gas?

Die Soforthilfe für Gas beträgt ein Zwölftel des Jahresverbrauchs, den der Gasanbieter im September für die Verbrauchsstelle ermittelt hat. Es werden die ab 01.12.2022 geltenden Gaspreise der jeweiligen Verbrauchsstelle zur Berechnung der Soforthilfe herangezogen. Man multipliziert also ein Zwölftel des Arbeitspreises mit dem Dezember-Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Hinzu kommt bei der Entlastung ein Zwölftel des Grundpreises.

Beispiel Soforthilfe Gas

Ihr Gasanbieter hat im September 2022 für Ihren Haushalt einen voraussichtlichen Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden hinterlegt. Ein Zwölftel entspricht 1.250 Kilowattstunden. Angenommen, Sie zahlen im Dezember 2022 pro Kilowattstunde 0,15 €, dann würden Sie eine Soforthilfe i. H. v. 187,50 € (0,15 € x 1.250 kWh) plus ein Zwölftel Ihres Grundpreises erhalten.

Wie wird die Soforthilfe Gas ausgezahlt?

Die Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden erfolgt als Gutschrift beim Energieversorger. Was bedeutet das für Verbraucher?

Im Dezember 2022 müssen Gas- und Fernwärmekunden im Rahmen der Soforthilfe keine Abschlagszahlung leisten.

  • Wenn Sie einen Dauerauftrag eingerichtet haben oder den Gas-Abschlag monatlich überweisen, können Sie diese Zahlung somit für Dezember reduzieren bzw. aussetzen.
  • Noch einfacher: Falls Sie den Abschlag dennoch zahlen, verrechnet der Anbieter die Summe in der nächsten Abrechnung als Gutschrift.
  • Wenn Ihr Anbieter jeden Monat den Abschlag von Ihrem Konto abbucht (Einzugsermächtigung), müssen Sie nichts tun: Die Abbuchung wird mit der Gutschrift verrechnet. Es wird also einfach weniger Geld eingezogen.

In der Jahresabrechnung teilt Ihnen Ihr Gasversorger mit, ob Sie eine Erstattung erhalten oder eine Nachzahlung leisten müssen.

Falls die Gas- bzw. Fernwärmeversorgung über den Vermieter geregelt wird, soll die Soforthilfe in der nächsten Heizkostenabrechnung verrechnet werden. Dazu haben Vermieter allerdings ein Jahr Zeit. Der Grund: Viele Vermieter haben die monatlichen Zahlungen noch nicht an die Preissteigerungen angepasst. Evtl. erfahren Mieter also erst im Dezember 2023, wie hoch ihre Entlastung ausfällt. Laut Gesetz sollen Vermieter jedoch verpflichtet werden, schon im Dezember 2022 über die voraussichtliche Gutschrift zu informieren.

Wer erhält die Gas-Soforthilfe?

Die Soforthilfe Erdgas/Fernwärme erhalten folgende Verbrauchergruppen:

  • Haushalte
  • Kleine und mittelständische Unternehmen mit Abrechnung über Standardlastprofil und Jahresverbrauch unter 1,5 Mio. Kilowattstunden Gas pro Jahr

Hinweis: Unternehmen dürfen das Erdgas nicht zur kommerziellen Strom- oder Wärmeerzeugung nutzen, wenn sie die Soforthilfe beanspruchen.

Auch verschiedene weitere Einrichtungen haben Anspruch auf die Gas-Soforthilfe, so z. B. Pflege- und Bildungseinrichtungen.

Beispiel zur Gaspreisbremse

Familie Meier verbraucht als 4-Personen-Haushalt ungefähr 20.000 Kilowattstunden Gas pro Jahr. Dafür zahlt sie in ihrem aktuellen Tarif 21 Cent pro Kilowattstunde, also lägen die Jahreskosten bei 4.200 Euro.

Durch die Gaspreisbremse kann Familie Meier 80 % ihres Jahresverbrauchs, also 16.000 kWh, zum vergünstigten Preis von 12 ct/kWh beziehen. Für die weiteren 4.000 kWh werden 21 ct/kWh berechnet.

Die Gesamtkosten betragen dann 2.760 Euro. Es ergibt sich in diesem Fall durch den Gaspreisdeckel eine Einsparung von 1.400 Euro.

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FAQ: Häufige Fragen zur Gaspreisbremse

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Gaspreisbremse und Fernwärmepreisbremse.

Die Gaspreisbremse wird voraussichtlich ca. 33 Milliarden Euro für Privathaushalte und kleine Unternehmen sowie etwa 21 Milliarden Euro für die Industrie kosten. Für die Soforthilfe kommen ca. 9 Milliarden Euro hinzu.

Folgendermaßen gestaltet sich die Finanzierung der Gaspreisbremse:

Die Bundesregierung plant bis zu 200 Milliarden Euro zur Entlastung von Privathaushalten und Unternehmen ein (Strom, Gas, Fernwärme) und finanziert die Preisbremsen sowie die Soforthilfe durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds („Abwehrschirm“). Um dies zu ermöglichen, wurde durch den Bundestag der Schuldendeckel für den Bundeshaushalt aufgehoben – aufgrund einer „außergewöhnlichen Notsituation“.

Durch die hohen Energiekosten hat der Staat zudem höhere Steuereinnahmen, die reinvestiert werden könnten.

Die Soforthilfe ist für die Verbraucher steuerpflichtig, die mehr als 75.000 Euro jährlich verdienen. So soll ein sozial gerechter Ausgleich geschaffen werden.

Eine Versteuerung ist frühestens für den Veranlagungszeitraum 2023 relevant. Details wurden bisher von der Politik nicht beschlossen.

Bei Fernwärme orientiert sich die Soforthilfe an der Abschlagszahlung im September 2022. Hinzu kommt ein „pauschaler Anpassungsfaktor“, wodurch Verteuerungen bis Dezember 2022 berücksichtigt werden sollen: Die September-Abschlagszahlung wird um 20 Prozent erhöht.

Fernwärmekunden erhalten im Dezember 2022 ebenfalls eine Soforthilfe. Laut Politik wird es den Wärmeversorgungsunternehmen überlassen, ob sie den Kunden eine Gutschrift zahlen oder auf die Dezember-Abschlagszahlung verzichten.

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