Gaspreisentwicklung 2021 & 2022 in Deutschland

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Die Gaspreisentwicklung der letzten Jahre war äußerst wechselhaft. Ende 2021 kommt es erneut zu einer starken Preissteigerung. Die meisten Verbraucher blieben bisher trotzdem beim teureren Grundversorger und bezahlten jährlich mehrere Hundert Euro zu viel. Wie kommt die aktuelle Gaspreisentwicklung 2021 zustande und welche Prognose lässt sich für die Zukunft abgeben? Wie haben sich die Preise seit dem Jahr 2000 verändert? Und wie kann man sich trotz der schwankenden Gaspreisentwicklung das beste Angebot sichern? All das verraten wir Ihnen hier.

Was sind die Grundlagen der Gaspreisentwicklung?

Um die Gaspreisentwicklung nachvollziehen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich der Gaspreis zusammensetzt. Folgende Bestandteile haben Einfluss auf die Gaspreisentwicklung:

  • Etwa 40 % des Gaspreises entfallen auf Beschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge des Anbieters.
  • Etwa ein Viertel der Kosten verursachen die Netzentgelte, die die Netzbetreiber z. B. für Bau und Betrieb der Gasleitungen erhalten.
  • Der dritte Bestandteil setzt sich aus Gassteuer, Umsatzsteuer, seit Anfang 2021 CO₂-Steuer und Konzessionsabgabe zusammen. Inzwischen nimmt dieser Anteil deutlich mehr als ein Viertel des Gaspreises ein.

Einfluss der Preisbestandteile auf die Gaspreisentwicklung

Betrachtet man die Gaspreisentwicklung als Ganzes, wird deutlich: Mehr als die Hälfte des Preises (Netzgebühren und Steuern) wird gesetzlich festgelegt und kann nicht vom Anbieter beeinflusst werden. Auf die andere Gaspreis-Hälfte haben Gasversorger zumindest teilweise Einfluss: Sie setzt sich aus den Einkaufspreisen für Gas sowie aus dem Gewinn des Anbieters zusammen.

In der Grafik sehen Sie die Zusammensetzung des Gaspreises auf einen Blick.

Gaspreis Zusammensetzung

Aktuelle Gaspreisentwicklung 2021/2022 – wird Gas teurer oder billiger?

Bei der Gaspreisentwicklung 2021/2022 kommt es ab Herbst 2021 zu einem starken Anstieg. Die Gründe für die extreme Preissteigerung in Deutschland sind u. a. die folgenden:

  • Weltweit steigende Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot
  • Weiterer Anstieg der CO₂-Steuer

Gasanbieter geben diese Belastungen an die Verbraucher weiter. Laut Verivox kommt es für das Jahr 2022 bei keinem Versorger zu Preissenkungen. Viele Gasanbieter haben für Herbst 2021 stattdessen Preiserhöhungen von durchschnittlich über 12 Prozent angekündigt. Für die Heizkosten eines Einfamilienhauses lägen dadurch allein die zusätzlichen Kosten bei fast 190 Euro jährlich. Teilweise kommt es aber auch zu Erhöhungen von bis zu 25 Prozent, abhängig vom Standort und Gasanbieter.

So sah die Gaspreisentwicklung von 2010 bis 2021 aus:

Gaspreisentwicklung von 2010 bis 2021

Seit dem Gaspreistief 2017/2018 sind deutliche Preissteigerungen der Fall. Für das gesamte Jahr 2021 liegen die Kosten durchschnittlich bei ca. 6,22 ct/kWh. Der aktuelle Gaspreis beträgt für September 2021 bereits etwa 6,49 ct/kWh (Quelle: Verivox).

Die Ursachen für die aktuelle Gaspreisentwicklung 2021 sowie die Auswirkungen erklären wir im Folgenden genauer.

Gaspreisentwicklung 2022: Anstieg der Nachfrage und der Einkaufspreise

Während die Einkaufspreise von Erdgas für Anbieter in der ersten Jahreshälfte 2020 niedriger waren (u. a. durch die gesunkene Nachfrage während der Corona-Krise), stiegen sie ab Herbst 2020 stark an. Ab Sommer 2021 kam es zu einer explosionsartigen Gaspreisentwicklung bzgl. der Großhandelspreise. Innerhalb weniger Wochen haben sich die Einkaufskosten um mehr als 50 % verteuert.

Diese Gaspreisentwicklung betrifft nicht nur Deutschland, sondern ist aktuell europaweit zu beobachten. Einer der Hauptgründe liegt in der steigenden Nachfrage weltweit. Diese kommt u. a. durch eine Normalisierung der Wirtschaft im Laufe der Coronakrise zustande, z. B. in Asien.

Die steigende Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot. Da die Gasmärkte weltweit voneinander abhängig sind, macht sich dies in steigenden Einfuhrkosten bemerkbar. Seit April 2021 haben sich die Großhandelspreise mehr als verdoppelt. Ab Herbst 2022 bekommen dies Verbraucher vermehrt zu spüren.

Gaspreisentwicklung 2022: Einfluss der CO₂-Steuer

Gasanbieter (sowie alle Benzin-, Diesel-, und Heizöl-Unternehmen) müssen ab Januar 2021 einen Steueraufschlag zahlen, um CO2 vertreiben zu dürfen.

Die Treibhausgase sollen im Rahmen des Klimaschutzprogramms reduziert werden, indem man Anbieter verpflichtet, kostspielige Emissionsrechte zu erwerben. Allerdings dürfen sie ihre höheren Kosten vollständig an die Verbraucher weitergeben.

Der steuerliche Aufschlag liegt 2021 zunächst bei 25 Euro pro Tonne CO2 bzw. 0,5 Cent Mehrkosten pro Kilowattstunde, die größtenteils an die Verbraucher weitergegeben werden. Im Jahr 2022 steigt die CO₂-Abgabe bereits auf 30 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid. Voraussichtlich liegen die Mehrkosten dann bei 0,65 Cent pro Kilowattstunde.

Für die folgenden Jahre steht eine schrittweise Erhöhung der CO2-Steuer und damit voraussichtlich auch des Gaspreises an. Im Jahr 2025 wird der CO2-Preis pro Tonne bereits 55 Euro betragen. Danach soll er bei maximal 65 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid liegen.

Tipp: Die Preise steigen zwar bei allen Anbietern, es lohnt sich jetzt aber umso mehr, den günstigsten seriösen Gasversorger auszuwählen. Entgehen Sie den negativen Folgen der Gaspreisentwicklung durch einen Anbieterwechsel: Fordern Sie über unseren Tarifrechner kostenlos und unverbindlich eine Tarifempfehlung an.

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Gaspreisentwicklung 2022: Einfluss der Netzentgelte

Die Netznutzungsentgelte machen rund 25 % des Gaspreises aus, haben also ebenfalls großen Einfluss auf die Gaspreisentwicklung. Bereits 2021 haben sie je nach Standort für Verteuerungen gesorgt.

Im Oktober wurde die voraussichtliche Höhe der Netznutzungsentgelte für 2022 veröffentlicht. Erst Ende des Jahres werden die endgültigen Netzentgelte bekanntgegeben.

Laut Prognosen steigen die Entgelte bundesweit durchschnittlich um etwa 3 Prozent. Aktuell wird von durchschnittlichen Zusatzkosten von 10 Euro bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas ausgegangen. Wie stark die Erhöhungen ausfallen, ist jedoch je nach Bundesland unterschiedlich und noch nicht endgültig abzusehen.

Folgen der Gaspreisentwicklung 2021/2022

Der starke Anstieg der Gaspreise in der zweiten Jahreshälfte 2021 hat bereits fatale Auswirkungen – auch auf die Gaspreisentwicklung 2022. Dazu zählen u. a. folgende:

  • Die Gasspeicher sind in Deutschland (und auch in anderen Ländern) zum Herbst 2021 weniger als zwei Drittel gefüllt. Dies gilt als niedriger Füllstand im Vergleich zu anderen Jahren zu Beginn der Heizsaison. Es treffen der hohe Verbrauch durch das kalte Frühjahr 2021 und die steigenden Beschaffungskosten Ende 2021 aufeinander.
  • Gasanbieter vermeiden es aufgrund der Kostenexplosion teilweise, sich mit zu viel teurem Gas zu bevorraten.
  • In England ist es bereits zu einigen Unternehmensinsolvenzen im Energiesektor aufgrund der extremen Steigerung der Einkaufspreise gekommen.
  • Zudem wird diskutiert, ob Russland die Gasexporte nach Deutschland über vorhandene Pipelines bewusst reduziert hat, um die Genehmigung der umstrittenen neuen Pipeline Nord Stream 2 zu beschleunigen.

Gaspreisentwicklung 2020/2021

Im Jahr 2020 erhöhten viele Grundversorger die Gaspreise um durchschnittlich 6,1 Prozent. Preisliche Veränderungen kamen v. a. durch die Netzentgelte und die wieder ansteigende Mehrwertsteuer zustande.

Anstieg der Netznutzungsentgelte

Die Netzentgelte stiegen zwischen 2020 und 2021 deutschlandweit um etwa 2-3 Prozent an. Die Erhöhungen variierten allerdings je nach Bundesland.

Besonders stark waren der Norden und Nordosten Deutschlands von den Preissteigerungen betroffen: In Hamburg stiegen die Netzentgelte um ganze 12 Prozent. Auch Schleswig-Holstein (9 Prozent Anstieg) und Mecklenburg-Vorpommern (8 Prozent Anstieg) gehörten zu den Bundesländern mit deutlichen Erhöhungen. Berlin und Brandenburg waren ebenfalls stark von erhöhten Netzentgelten betroffen.

Entfall der Mehrwertsteuersenkung

Der Mehrwertsteuersatz, der aufgrund der Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020 auf 16 % gesenkt worden war, beträgt seit 01. Januar 2021 wieder 19 %. Dies betrifft auch die Gaspreise – die preisliche Entlastung für Verbraucher entfällt also.

Weitere Einflüsse auf die Gaspreisentwicklung

Auf die Gaspreisentwicklung haben neben Steuern, Netznutzungsentgelten und dem Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage weitere Faktoren Einfluss, die wir im Folgenden erklären.

Gaspreisentwicklungen an der Energiebörse

Gasanbieter kaufen Gas zu Großhandelspreisen ein, um es dann zu ihren eigenen Preisen an Verbraucher zu vermarkten. Die Großhandelspreise kommen in Deutschland auf dem wichtigsten europäischen Marktplatz für Gas zustande: der EEX (European Energy Exchange) Energiebörse in Leipzig.

Hier können Gasanbieter sowohl kurzfristig zu den aktuellen Preisen Gas einkaufen (Spotmarkt) als auch langfristig zu einer Art Pauschalpreis für die Zukunft (Terminmarkt).

Die daraus resultierende Gaspreisentwicklung wird in den jeweiligen Gastarifen allerdings verzögert sichtbar, weil die Gasversorger ihre Kontingente eher langfristig einkaufen. Auch Preissenkungen machen sich weniger bemerkbar, weil die Gasversorger die Preisvorteile selten und nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben.

Abhängigkeit von Förderstaaten

Da Deutschland keine eigenen Gasförderanlagen besitzt, muss es sein Gas importieren. Dazu schließen deutsche Anbieter Lieferverträge mit Förderstaaten ab. Diese Verträge fallen meist längerfristig aus, wodurch die Abhängigkeit in Bezug auf die Gaspreisentwicklung entsteht, die wiederum von globalen Marktereignissen abhängt. Auch wird der Preis durch die Beziehungen der Liefer- und Transitstaaten (Staaten, über die das Gas transportiert wird) beeinflusst.

Russland ist einer der Hauptlieferanten für Erdgas in Deutschland. Dieser hat in den vergangenen Jahren verstärkt den asiatischen Markt beliefert und damit für eine Verknappung des Gases in Europa gesorgt. Die Einkaufspreise sind gestiegen und vor allem kleine Anbieter mussten diese Mehrkosten auf ihre Kunden umlegen.

Einfluss des Klimas auf die Gaspreisentwicklung

Wetter- und Klimaveränderungen haben einen nennenswerten Einfluss auf die Gaspreisentwicklung. Beispielsweise konnte nach dem sehr trockenen Sommer 2018 ein erheblicher Anstieg des Gaspreises beobachtet werden.

Der Grund dafür liegt in den niedrigeren Wasserständen der Flüsse. Über die Flussschifffahrt kann nach einer Wärmeperiode wesentlich weniger Kohle transportiert werden. Dadurch sind mehr gasbetriebene Stromkraftwerke in Betrieb, was nachteilig für die Gaspreisentwicklung ist und zu höheren Kosten führt.

Abhängigkeit des Gaspreises vom Ölpreis

Bis zum Jahr 2010 war die sogenannte Ölpreisbindung, bei der viele Lieferverträge zwischen Erdgasproduzenten und Erdgaslieferanten an den Ölpreis gekoppelt wurden, für Preisänderungen mitverantwortlich. Stieg der Ölpreis, folgte mit einem zeitlichen Verzug eine ähnliche Gaspreisentwicklung.

Seit 2010 ist der Gaspreis nicht mehr an den Ölpreis gebunden. Dennoch wird die Gaspreisentwicklung stark von diesem beeinflusst. Wenn die OPEC-Staaten (Organisation erdölexportierender Länder) ihre Fördermengen senken, wird das Öl knapper und teurer. Das bewirkt, dass Stromanbieter, die sowohl ölgetriebene Blockheizkraftwerke als auch Gaskraftwerke betreiben, mehr Gas kaufen. So erfolgt eine Gaspreisentwicklung nach oben.

Positiver Einfluss neuer Fördertechnologien

Es entstehen immer neue Technologien zur Förderung von Erdgas. In den USA setzt man beispielsweise das Fracking ein. Dabei werden künstliche Fließwege gebohrt, durch die das Gas in den Gesteinsschichten der Erde zutage gefördert wird. Durch eine Weiterentwicklung dieser Technologien können die derzeit noch hohen Förderkosten erheblich reduziert werden.

Ungünstige Gaspreisentwicklung für Verbraucher: Daran liegt es

Viele Verbraucher wünschen sich wieder Tiefstwerte bei den Gaspreisen, wie sie im Jahr 2018 gegeben waren. Anhand einer Reihe von Gründen ist eine solche Gaspreisentwicklung jedoch äußerst unwahrscheinlich. Für Verbraucher gilt leider meist: von Senkungen profitieren sie nicht, Erhöhungen müssen sie jedoch mittragen.

Eine Ausnahme stellen Neukundenangebote dar: Gasanbieter investieren die Einsparungen durch die Gaspreisentwicklung meist in die Neukundenakquise (günstigere Tarife und Bonuszahlungen), während Bestandskunden leer ausgehen. Voraussichtlich wird sich dies auch 2022 in Gaspreiserhöhungen vieler Gasversorger bemerkbar machen.

Negative Gaspreisentwicklungen: Kein Vorteil für Verbraucher

Auch wenn Gaskunden in Deutschland von Preissenkungen zwischen 2013 und 2018 profitiert haben (also von einer negativen Gaspreisentwicklung), so fielen die Einsparungen viel geringer aus als von Marktexperten und Verbraucherschützern erwartet.

Wie die Grafik der Bundesnetzagentur verdeutlicht: Jahrelang sinkende Einkaufspreise am Großmarkt (graue Linie) kamen nicht oder nur im kleinen Umfang bei den Verbrauchern an (blaue Linie):

2,68 Cent pro Kilowatt betrug der Importpreis für Erdgas im Jahr 2013, nur noch 1,42 Cent pro Kilowatt im Jahr 2016: ein Preisabfall von stolzen 47 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist der Preis für den Endkunden von 6,69 auf 6,54 Cent pro Kilowatt gefallen: Das sind gerade mal 2,2% weniger.

Gasbeschaffungskosten

Zwar profitieren durch langfristige und bindende Importverträge nicht alle Energieversorger von fallenden Großhandelspreisen und konnten diese dementsprechend auch nicht weitergeben. Nichtsdestotrotz wurden durchschnittlich bei Gaspreisentwicklungen dieser Art größere Preissenkungen erwartet. Dennoch zeigt die umgekehrte Entwicklung: Die steigenden Börsenpreise tragen zur Erhöhung der Gaspreise in Deutschland bei.

So bewegt sich die Gaspreisentwicklung seit 2018 wieder nach oben – sowohl bei den Grundversorgern als auch bei alternativen Versorgern. Als Grund sind die Ölpreise anzunehmen, die aufgrund der aktuellen Konflikte in verschiedenen Erdölförderregionen wieder steigen.

Denn, wie beschrieben, haben Ölpreise trotz der aufgehobenen Ölpreiskopplung immer noch Einfluss auf die Gaspreisentwicklung. Öl ist eine Art Stimmungsbarometer für den internationalen Energiemarkt. Steigen die Ölpreise, ist auch ein Anstieg der Gaspreise zu vermuten.

Gaspreisentwicklung zwischen 2000 und 2020

Betrachtet man die Gaspreisentwicklung der letzten 20 Jahre, so werden einige Preisschwankungen bei Gaspreisen sichtbar.

  • Seit dem Jahr 2000 ging die Gaspreisentwicklung nach oben und erreichte mit dem Ansteigen der Rohölpreise Anfang 2008 ein Rekordniveau (7,27 Cent pro kWh). Bis zu 25 % Preiserhöhungen mussten Gaskunden damals hinnehmen. Es folgte jedoch ein Preissturz.
  • Ein Einschnitt in der Gaspreisentwicklung erfolgte 2010 mit dem Ende der Kopplung an den Ölpreis.
  • Langfristig hatte die Gasmarkt-Liberalisierung im Jahr 2006 Einfluss. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die Bundesnetzagentur die Aufsicht über den Markt. Durch neue, kleinere Anbieter, die ab 2006 auf den liberalisierten Gasmarkt kamen, wurde der Wettbewerb insgesamt angetrieben. Verbraucher profitierten davon im Laufe der folgenden Jahre aufgrund einer günstigen Gaspreisentwicklung.
  • Besonders in Großstädten erreichte die Gaspreisentwicklung ihr niedrigstes Niveau, weil hier der Wettbewerb entsprechend groß war und sich die Anbieter gegenseitig unterboten.
  • Die Tiefstwerte wurden im Jahr 2017 bzw. 2018 erreicht, als der Gaspreis für Endkunden in Deutschland bei durchschnittlich 5,7 Cent pro Kilowattstunde lag. Es kam allerdings zu einer deutlichen Steigerung 2019 auf 6,17 ct/kWh.
  • Anfang 2020 sanken die Großhandelspreise, wodurch sich ein Durchschnittpreis von 5,97 ct/kWh ergab. Es folgte jedoch eine Gaspreisentwicklung nach oben.
  • Im Jahr 2021 kommt es nicht zu einer Wiederholung des Preissturzes, sondern zu Verteuerungen.

Prognose: Potenzielle Gaspreisentwicklung ab 2022

Experten vermuten, dass der Gaspreis kurzfristig durch die genannten Faktoren weiter steigen wird. Allerdings ist eine mittelfristige Gaspreisentwicklung noch nicht abzusehen. Durch die Erschließung neuer Förderquellen könnten konventionelle Energieerzeuger in einen Preisdruck gebracht werden, der sich aus Verbrauchersicht positiv auf die Gaspreisentwicklung auswirkt.

Während die Erdgas-Reserven nach heutigem Stand noch für die nächsten 250 Jahre stabil bleiben werden, ist die Gaspreisentwicklung hauptsächlich von politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängig.

Dazu zählt u. a. die CO2-Steuer, die bis 2025 stetig steigen soll. Auch durch das Missverhältnis aus Angebot und Nachfrage ist aktuell von einer Gaspreissteigerung auszugehen. Hierbei spielt auch eine Rolle, wie kalt und wie lange der Winter 2021/2022 ausfällt. Je länger, desto länger könnten auch die Preise hoch bleiben. Bei einem milden Winter könnte es zu einer Normalisierung der Gaspreise kommen. Zunächst gehen einige Experten aber von einer Gaspreisentwicklung 2022 hin zu 6,8 Cent pro Kilowattstunde aus.

Die aktuelle Gaspreisentwicklung spricht stark für einen Gasanbieterwechsel, wodurch Sie als Verbraucher mehrere Hundert Euro jährlich sparen können.

Gasanbieterwechsel bei steigender Gaspreisentwicklung

Während die Gaspreise weiter ansteigen, stellen sich viele Verbraucher die Frage: Wie lassen sich Gaskosten einsparen? Und lohnt sich der Wechsel? Die Betrachtung der Gaspreisentwicklung und des deutschen Gasmarkts zeigt: Ein Wechsel lohnt sich auf jeden Fall. Woran liegt das?

  • Die meisten Verbraucher beziehen Gas von ihrem Grundversorger. Dabei liegen zwischen dem Grundversorgungstarif und dem günstigsten Angebot in den 100 größten Städten Deutschlands mehr als 40 Prozent Preisunterschied (Quelle: Auswertung des Vergleichsportals TopTarif). Damit zahlen Gaskunden in diesen Städten durchschnittlich 630 € zu viel pro Jahr. Verbesserungspotenzial gibt es also auf jeden Fall.
  • Fast 1.000 Gasanbieter kämpfen um die Gunst der Kunden und bieten selbst bei steigender Gaspreisentwicklung Wechselanreize wie Preisvorteile und Bonuszahlungen für Neukunden.
  • Handeln sollten Sie v. a. bei Gaspreiserhöhungen: Als Kunde haben Sie in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht. Der Anbieter ist verpflichtet, sie 6 Wochen vor der Anpassung über die Preisanpassung zu informieren. Bis zum Tag Erhöhung haben Sie dann die Möglichkeit, zu kündigen.
    Hinweis: Achten Sie trotz der kurzen Zeitspanne unbedingt darauf, einen seriösen neuen Anbieter auszuwählen.
  • Grundsätzlich kann durch Vergleichen und Wechseln viel Geld gespart werden.

Doch ein günstiger Gaspreis ist bei einem Anbieterwechsel längst nicht der einzige wichtige Faktor. Beachten Sie unbedingt auch die Konditionen der verschiedenen Gasverträge: Laufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist und vieles mehr. Viele hilfreiche Tipps für die Suche nach einem zuverlässigen, günstigen Gasanbieter finden Sie in unserem Artikel „Gasanbieter wechseln“.

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FAQ: Häufige Fragen zur Gaspreisentwicklung

Im Folgenden beantworten unsere Experten die häufigsten Fragen zur Gaspreisentwicklung.

Die Gaspreisentwicklung basiert auf unterschiedlichen Einflussfaktoren. Ein Beispiel hierfür ist der Förderort, da Deutschland selbst keine Gasförderanlagen besitzt. Ebenso hängt der Gaspreis auch vom Ölpreis ab, auch wenn dieser nicht mehr in direkter Verbindung zum Gaspreis steht. Darüber hinaus haben auch steuerliche Veränderungen, technologische Innovationen und natürlich auch die Marge des Versorgers ihren Anteil.

Die Gaspreisentwicklung geht zwar nicht immer so stetig nach oben wie die Entwicklung des Strompreises, doch profitiert der Verbraucher nur selten von Abwärtstrends. Aus diesem Grund lohnt es sich, bei Preiserhöhungen nach einem neuen Anbieter Ausschau zu halten. Bei cheapenergy24 helfen wir Ihnen, den besten Versorger für Ihre Region zu finden.

Die Gaspreisentwicklung 2022 bringt für Verbraucher noch höhere Kosten mit sich. Das liegt insbesondere an der negativen Klimabilanz von Gas, der erhöhten Nachfrage und dem ansteigenden CO₂-Preis. Es ist zu erwarten, dass die Preise vor allem mittel- und langfristig steigen werden. Aus diesem Grund lohnt es sich, jährlich den Gasanbieter zu wechseln. So profitieren Sie von Neukundenboni und günstigeren Gaspreisen.

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