50 Prozent der deutschen Haushalte heizen mit Gas, doch gerade mal 10 Prozent haben in den letzten Jahren ihren Gasanbieter gewechselt (gaspreischeck.de). Somit bleiben die meisten Verbraucher im Tarif des teureren Grundversorgers und bezahlen jährlich mehrere Hundert Euro zu viel. Dabei ermöglicht die wechselhafte Gaspreisentwicklung der letzten Jahre gute Tarife beim regelmäßigen Wechsel. Wir zeigen Ihnen nicht nur die Gaspreisentwicklung seit dem Jahr 2000, sondern geben auch Prognosen für kommende Preisänderungen und sagen Ihnen, wie Sie den besten Gaspreis bekommen können. Doch vorher erklären wir auch, wie sich der Gaspreis zusammensetzt und von welchen Faktoren er besonders beeinflusst wird.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Der Gaspreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. So entfällt etwa die Hälfte auf Beschaffung und Vertrieb des Anbieters. Auch die Marge des Gasversorgers fällt in diesen Bereich. Etwa ein Viertel der Kosten verursachen die Netzentgelte. Diese werden von der Bundesnetzagentur reguliert und beinhalten die Kosten der Netzbetreiber für Bau und Betrieb der Gasleitungen. Auch stellt der Netzbetreiber Gaszähler zu Verfügung, liest den Zählerstand ab und führt die jährliche Abrechnung durch. Das letzte Viertel setzt sich aus Gassteuer, Umsatzsteuer und der Konzessionsabgabe zusammen. Die Gassteuer und die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) bekommt der Staat, der diese auch festlegt. Die Konzessionsabgabe geht an die Kommunen für die Bereitstellung der öffentlichen Straßen und Wege.

Betrachtet man den Gaspreis als Ganzes, wird also deutlich: Während fast die Hälfte des Preises mit Netzgebühren und Steuern gesetzlich festgelegt wird und nicht vom Anbieter beeinflusst werden kann, hat dieser – zumindest teilweise – Einfluss auf die andere Hälfte, die sich aus den Einkaufspreisen für Gas sowie aus dem Gewinn des Anbieters zusammensetzt. Gebildet werden die deutschen und europäischen Großhandelspreise an den internationalen Beschaffungsmärkten seit der Liberalisierung des Gasmarktes auf dem wichtigsten Marktplatz für Erdgas in Europa: der EEX (European Energy Exchange) in Leipzig. Die daraus resultierenden Preisentwicklungen werden in den jeweiligen Gastarifen allerdings verzögert sichtbar, weil die Gasversorger ihre Kontingente eher langfristig einkaufen. Auch machen sie sich gerade bei Preissenkungen weniger bemerkbar, weil die Gasversorger die Preisvorteile seltener und nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben.

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Welche Faktoren beeinflussen den Gaspreis?

Zum einen ist der Gaspreis stark von Förderort abhängig. Da Deutschland keine eigenen Gasförderanlagen besitzt, muss es sein Gas importieren. Dazu schließen deutsche Anbieter Lieferverträge mit Förderstaaten ab. Diese Verträge fallen meist längerfristig aus, wodurch die Abhängigkeit in Bezug auf die Preisentwicklung entsteht, die wiederum von globalen Marktereignissen abhängt. Auch wird der Preis durch die Beziehungen der Liefer- und Transitstaaten (Staaten, über die der Gas transportiert wird) beeinflusst.

Ein weiterer Einflussfaktor ist der Ölpreis. Früher hat die sogenannte Ölpreisbindung, bei der viele Lieferverträge zwischen Erdgasproduzenten und Erdgaslieferanten an den Ölpreis gekoppelt wurden, für Preisänderungen mitverantwortlich. Stieg der Ölpreis, folgte mit einem zeitlichen Verzug eine ähnliche Gaspreisentwicklung. Seit 2010 ist der Gaspreis nicht mehr an den Ölpreis gebunden. Dennoch wird er stark von diesem beeinflusst. Wenn die OPEC-Staaten (Organisation erdölexportierender Länder) ihre Fördermengen senken, wird das Öl knapper und teurer. Das bewirkt, dass Stromanbieter, die sowohl ölgetriebene Blockheizkraftwerke als auch Gaskraftwerke betreiben, mehr Gas kaufen. So wird der Gaspreis nach oben getrieben.

Automatisch im besten Tarif!

Verbraucherfreundlich. Unabhängig. Transparent.

Wir optimieren jedes Jahr Ihre Tarife. Dabei übernehmen wir die gesamte Vertragsorganisation – von der Tarifprüfung bis zum Wechsel!

Zur kostenlosen Tarifprüfung

Gaspreisentwicklung zwischen 2000 und 2020

Betrachtet man die letzten 20 Jahre, so werden einige Preisschwankungen bei Gaspreisen sichtbar, die verschiedene Ursachen haben. Seit dem Jahr 2000 stieg der Gaspreis an und erreichte mit dem Ansteigen der Rohölpreise Anfang 2008 mit 7,17 Cent pro Kilowattstunde ein Rekordniveau. Bis zu 25 Prozent Preiserhöhungen mussten Gaskunden damals hinnehmen. Ein Einschnitt erfolgte 2010 mit dem Ende der Kopplung an den Ölpreis. Auch zeigte sich langfristig die Auswirkung der Gasmarkt-Liberalisierung im Jahr 2006. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die Bundesnetzagentur die Aufsicht über den Markt. Gleichzeitig wurde mit dem Hinzukommen neuer, kleinerer Anbieter der Wettbewerb insgesamt angetrieben: ein Prozess, durch den Verbraucher im Laufe der nächsten Jahre aufgrund der besseren Preise profitierten. Die Tiefstwerte wurden dabei im Jahr 2018 erreicht, als der Gaspreis für Endkunden in Deutschland bei durchschnittlich 5,69 Cent pro Kilowattstunde lag.

Verbraucherindex Gas

Preisvorteile werden nicht weitergegeben

Auch wenn Gaskunden in Deutschland von Preissenkungen zwischen 2013 und 2018 profitiert haben, so fielen diese viel geringer aus als von Marktexperten und Verbraucherschützern erwartet. Wie die Grafik der Bundesnetzagentur verdeutlicht: Jahrelang sinkende Einkaufspreise am Großmarkt kamen nicht oder nur im kleinen Umfang bei den Verbrauchern an. 2,68 Cent pro Kilowatt betrug der Importpreis für Erdgas im Jahr 2013, nur noch 1,42 Cent pro Kilowatt im Jahr 2016: ein Preisabfall von stolzen 47 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist der Preis für den Endkunden von 6,69 auf 6,54 Cent pro Kilowatt gefallen: Das sind gerade mal 2,2% weniger.

gasbeschaffungskosten

Zwar profitieren durch langfristige und bindende Importverträge nicht alle Energieversorger von fallenden Großhandelspreisen und konnten diese dementsprechend auch nicht weitergeben. Nichtsdestotrotz wurden durchschnittlich größere Preissenkungen erwartet. Dennoch zeigt die umgekehrte Entwicklung: Die steigenden Börsenpreise tragen zur Erhöhung der Gaspreise in Deutschland bei. So bewegen sich die Gaspreise seit 2018 wieder nach oben – sowohl bei den Grundversorgern als auch bei alternativen Versorgern. Als Grund sind die Ölpreise anzunehmen, die aufgrund der aktuellen Konflikte in verschiedenen Erdölförderregionen wieder steigen. Denn, wie beschrieben, haben Ölpreise trotz der aufgehobenen Ölpreiskopplung immer noch Einfluss auf die Gaspreise.

Automatisch im besten Tarif!

Verbraucherfreundlich. Unabhängig. Transparent.

Wir optimieren jedes Jahr Ihre Tarife. Dabei übernehmen wir die gesamte Vertragsorganisation – von der Tarifprüfung bis zum Wechsel!

Zur kostenlosen Tarifprüfung

Gaspreisentwicklung ab 2020 – Gaspreise steigen weiter

Auch 2020 erhöhen viele Grundversorger die Gaspreise um durchschnittlich 6,1 Prozent. Damit betreffen die Preiserhöhungen ca. 870.000 Haushalte. Der Grund liegt vor allem in höheren Netzentgelten, die deutschlandweit um etwa 3 Prozent ansteigen. Besonders stark ist der Norden Deutschlands von den Preissteigerungen betroffen: wie Hamburg, wo die Netzentgelte sogar um 12 Prozent steigen. Auch Schleswig-Holstein (9 Prozent Anstieg) und Mecklenburg-Vorpommern (8 Prozent Anstieg) gehören zu den am stärksten betroffenen Bundesländern. Weitere Steigungen sind 2021mit der Einführung der CO2-Steuer als Steueraufschlag auf fossile Heizstoffe zu erwarten. Auch damit wird das mit Heizen mit Erdgas teurer – um etwa knapp 0,3 Cent pro Kilowattstunde.

Gaspreisentwicklung und Prognose

Aktueller Gaspreis pro kWh 6,19 Cent*
Gaspreis Prognose für 2020 6,87 Cent
Gaspreisentwicklung 12 Monate Trend + 11%
*Durchschnittlicher Verbraucher Gaspreis pro kWh 2019
Gaspreisentwicklung der letzten 10 Jahre – 2,9%
Gaspreisentwicklung der letzten 5 Jahre – 1,1%
Gaspreisentwicklung der letzten 2 Jahre  7,4%
Quellen: Bundesnetzagentur, EEX, BDEW

Gasanbieter wechseln – worauf Sie achten sollten

Während die Gaspreise weiter ansteigen, stellen sich viele Verbraucher die Frage: Wie lassen sich Gaskosten einsparen? Und lohnt sich der Wechsel? Die nähere Betrachtung der Preisentwicklung zeigt: ja, auf jeden Fall.

Die meisten Verbraucher beziehen Gas von ihrem Grundversorger. Dabei liegen laut der Auswertung des Vergleichsportals TopTarif zwischen dem Grundversorgungstarif und dem günstigsten Angebot in den 100 größten Städten Deutschlands mehr als 40 Prozent Preisunterschied. Damit zahlen Gaskunden in diesen Städten durchschnittlich 630€ zu viel. Verbesserungspotential gibt es also auf jeden Fall. Eine weitere gute Nachricht: Fast 1000 Gasanbieter kämpfen um die Gunst des Kunden und bieten Wechselanreize wie Preisvorteile, Neukundenboni und Prämien. Handeln sollte man insbesondere bei Gaspreiserhöhungen, bei denen dem Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt wird. Auch grundsätzlich kann durch Vergleichen und Wechseln viel Geld gespart werden.

Doch ein günstiger Gaspreis ist bei einem Anbieterwechsel längst nicht der einzige Faktor, der beachtet werden sollte. Um möglichst flexibel zu bleiben, empfiehlt sich ein Vertrag mit maximal einem Jahr Laufzeit. Gleichzeitige Preisgarantie sichert zudem den Preis für die Erstvertragslaufzeit. So kann man sich sicher sein, dass der Preis im ersten Jahr stabil bleibt. Neben der Laufzeit sollten auch Kündigungsfristen beachtet werden. Fristen, die länger als drei Monate dauern, sollten möglichst vermieden werden. Vorsicht ist bei Tarifen mit Vorkasse oder Kaution geboten. Meldet der Gasversorger die Insolvenz an, verliert man als Kunde die Vorauszahlung.

Mit dem Wechselassistenten von cheapenergy24 müssen Sie sich um das alles nicht kümmern. Mit unserem Rundum-Sorglos-Service vergleichen und optimieren wir Ihren Gastarif laufend, womit Sie von Jahr zu Jahr sparen. Sie müssen sich weder um den Vergleich noch um die Vertragsorganisation kümmern, all das übernehmen wir für Sie.