Gaspreisentwicklung 2024: Ursachen und Prognose für die Gaspreise

Wie sieht die Gaspreisentwicklung 2024 aus, nachdem sich die Preise im Vorjahr mehr als verdoppelt haben? Wie kommen die Gaspreise 2024 zustande und welche Prognose lässt sich für die Zukunft abgeben? Was kann man gegen die hohen Gaskosten tun? All das erfahren Sie hier.

Aktuelle Gaspreisentwicklung 2024

Bei der Gaspreisentwicklung war es ab dem Herbst 2021 zu einem sehr starken Anstieg gekommen, sodass die Gaspreise 2022 zwischenzeitlich so hoch waren wie noch nie zuvor. Die Gaspreise 2024 haben ein niedrigeres Niveau erreicht – auch beim Gewerbegas –, das allerdings immer noch deutlich über dem vor 2021 liegt:

Laut BDEW-Gaspreisanalyse 12/2023 lag der durchschnittliche Gaspreis im Jahr 2023 bei 13,99 ct/kWh. Laut Verivox ist der durchschnittliche Gaspreis bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh auf 10,73 ct/kWh gesunken. Bei Neuverträgen ist der durchschnittliche Gaspreis deutlich niedriger und liegt im Januar 2024 bei 8,16 ct/kWh.

Die durchschnittliche Gaspreise weichen stark voneinander ab. Ausschlaggebend ist, ob es sich um einen Bestands- oder Neuvertrag handelt. In der Tabelle haben wir für Sie den Unterschied zwischen Neuverträgen und dem Durchschnitts-Gaspreis für alle deutsche Haushalte aufgeführt. Während der durchschnittliche Gaspreis für alle Haushalte im Januar 2024 bei 10,73 ct/kWh liegt, beträgt es bei Neukunden mit dem gleichen Verbrauch lediglich 8,16 ct/kWh.

Die Gesamtkosten für Gas liegen bei einem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von 10,73 ct und einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh bei 2.146 Euro im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von 8,16 ct – so wie es bei Neukunden im Januar 2024 der Fall ist – würden beim gleichen Verbrauch Jahreskosten in Höhe von 1.632 Euro entstehen. Neukunden zahlen somit im Durchschnitt ca. 24 % weniger als der Mittelwert aller deutschen Haushalte.

Ein Anbieterwechsel lohnt sich bei den aktuellen Gaspreisen 2024 mehr denn je. Die Gaspreis Prognose 2024 sieht sogar steigende Preise vor, weshalb sich Verbraucher unbedingt über einen Wechsel des Gasanbieters Gedanken machen sollten. Cheapenergy24 findet jedes Jahr den besten Gasanbieter für Ihren individuellen Verbrauch, der nicht nur günstig, sondern auch seriös ist. So sparen Sie jedes Jahr ohne Aufwand. Fordern Sie gleich über unseren Tarifrechner eine kostenlose, unverbindliche Tarifempfehlung an.

Warum sind die Gaspreise 2024 immer noch so hoch?

Trotz aller Prognose sind die Gaspreise 2024 leicht gesunken. Trotzdem sind sie aufgrund der extremen Gaspreisentwicklung in der Vorjahren immer noch hoch. Hinzu kommen weitere Gründe für die hohen Gaspreise 2024:

  • Gasknappheit durch den Krieg in der Ukraine und reduzierte Liefermengen von Russland an Deutschland
  • Anpassung der Mehrwertsteuer für Gas auf 19% (im Jahr 2023 wurde diese auf 7% gesenkt, um Verbraucher zu entlasten)
  • Ablauf der Gaspreisbremse zum 31.12.2023
  • Erhöhung der CO2 Abgabe von 30 Euro/Tonne CO2 auf 45 Euro/Tonne CO2

Gasanbieter geben diese Belastungen größtenteils an die Verbraucher weiter, weshalb es zu massiven Gaspreiserhöhungen für Millionen Kunden kommt.

Hier gelangen Sie direkt zu einer weiteren Erläuterung der Ursachen für die aktuelle Gaspreisentwicklung.

Grafik zur aktuellen Gaspreisentwicklung

In der Grafik ist die Gaspreisentwicklung von 2010 bis 2024 zu sehen:

Während die Gaspreise von 2010 bis 2020 nie die 7-Cent-Marke erreicht hatten, sind seit 2021 deutliche Preissteigerungen der Fall. Im Jahr 2022 lagen die Kosten durchschnittlich bei 17,67 ct/kWh. 2024 ist der Durchschnittspreis auf 10,73 ct/kWh gesunken. (Quelle: BDEW-Gaspreisanalyse 12/2023; Verivox).

Bestandteile des Gaspreises

Um die Gaspreisentwicklung nachvollziehen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich der Gaspreis zusammensetzt. Folgende Bestandteile haben Einfluss auf die Gaspreisentwicklung:

  • 71 % des Gaspreises entfallen auf Beschaffung, Vertrieb und Gewinnmarge des Anbieters. In den Vorjahren war dieser Anteil deutlich geringer als 2022 durch die hohen Beschaffungskosten.
  • 14 % der Kosten verursachen die Netzentgelte, die die Netzbetreiber z. B. für Bau und Betrieb der Gasleitungen erhalten.
  • Weitere 15% setzen sich u. a. aus Gassteuer, Umsatzsteuer, CO₂-Steuer (seit Anfang 2021) und Konzessionsabgabe zusammen.

29 % des Preises (Netzentgelte, Steuern und Abgaben) werden somit gesetzlich festgelegt und können nicht vom Anbieter beeinflusst werden. Auf knapp 71 % des Gaspreises haben Gasversorger zumindest teilweise Einfluss (Einkauf, Vertrieb, Gewinn).

Ursachen der Gaspreisentwicklung 2024

Die Gaspreise stiegen 2022 in Deutschland insbesondere durch eine Gas-Knappheit an (z. B. durch Lieferkürzungen und -stopps aus Russland). Diese Knappheit trifft auf eine weltweit hohe Gas-Nachfrage und lässt sich im Jahr 2024 immer noch an den hohen Gaspreisen spüren. Hinzu kommen ansteigende Steuern im Rahmen der Klimawende und der Energiekrise. In den folgenden Abschnitten gehen wir genauer auf die Ursachen der aktuellen Gaspreisentwicklung ein.

Gaspreisentwicklung 2024: Anstieg der Beschaffungskosten seit Ukraine-Krieg

Den größten Einfluss auf die Gaspreise 2024 haben die erhöhten Einkaufspreise, die Gasanbieter für Erdgas zahlen. Diese kommen an der Energiebörse zustande und sind deutlich höher als in den Jahren vor 2021, da es ab dem Sommer 2021 zu explosionsartigen Anstiegen der Großhandelspreise kam.

Die Situation wurde durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine Ende Februar 2022 weiter verschärft, da Deutschland etwa 55 Prozent des Gasbedarfs aus Russland bezogen hat. Während eine Megawattstunde Gas im Großhandel im Juli 2021 noch 36 Euro kostete, waren es im Juli 2022 bereits 166 Euro. Im September 2022 wurden Rekordwerte von 281 Euro erreicht, nachdem Russland erneut die Belieferung mit Gas einstellte. Im Januar 2024 ist der Gaspreis an der Energiebörse auf ca. 42 Euro/Megawattstunde gesunken.

Gaspreisentwicklung 2024: Steigende Nachfrage weltweit

Ein weiterer Preistreiber bei der Gaspreisentwicklung ist die weltweit steigende Nachfrage. Diese ergibt sich u. a. durch eine Normalisierung der Wirtschaft im Laufe der Coronakrise.

Gas spielt in Deutschland nicht nur eine tragende Rolle für Industrie und Haushalte, sondern auch bei der Stromproduktion und wirkt sich auf die Strompreisentwicklung aus: Bisher wurden rund 10 % des Stroms über Gaskraftwerke produziert. Vor allem, wenn die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gering ausfällt (z. B. an Tagen mit geringem Windaufkommen oder wenig Sonneneinstrahlung), sind Gaskraftwerke als Ausgleich gefragt.

Die steigende Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot. Da die Gasmärkte weltweit voneinander abhängig sind, macht sich dies in steigenden Einfuhrkosten bemerkbar.

Gaspreisentwicklung 2024: Einfluss der CO₂-Steuer

Gasanbieter (sowie alle Benzin-, Diesel-, Heizöl- und ab 2023 auch Kohle-Unternehmen) müssen seit Januar 2021 einen Steueraufschlag zahlen (die sog. CO2-Steuer), um CO2-haltige Produkte vertreiben zu dürfen. Allerdings dürfen die Unternehmen ihre höheren Kosten vollständig an die Verbraucher weitergeben.

Folgendermaßen entwickelt sich die CO2-Steuer bzgl. des Gaspreises:

  • 2021: 25 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis von 0,54 Cent pro Kilowattstunde
  • 2022: 30 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis von 0,65 ct/kWh
  • 2024: 45 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis von 0,97 ct/kWh
  • 2025: 55 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis von 1,1 ct/kWh
  • 2026: 55-65 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis zwischen 1,1 und 1,4 ct/kWh
  • Nach 2027: Voraussichtlich mind. 55 Euro und max. 65 Euro pro Tonne CO2, d. h. Aufpreis zwischen 1,1 und 1,4 Cent ct/kWh.

Durch die schrittweise Erhöhung der CO2-Steuer steigt auch der Gaspreis immer weiter an.

Tipp: Die Preise steigen zwar bei allen Anbietern, es lohnt sich jetzt aber umso mehr, den günstigsten seriösen Gasversorger auszuwählen. Entgehen Sie den negativen Folgen der Gaspreisentwicklung durch einen Anbieterwechsel: Fordern Sie über unseren Tarifrechner kostenlos und unverbindlich eine Tarifempfehlung an.

März 2024: Anpassung der Mehrwertsteuer auf Gas

Um die finanzielle Belastung der Verbraucher durch die Gaspreisentwicklung aufzufangen, wurde von Oktober 2022 bis März 2024 der Mehrwertsteuersatz auf Gas von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh hat sich dadurch eine Entlastung i. H. v. knapp 400 Euro pro Jahr ergeben.

Ab März 2024 beträgt die Mehrwertsteuer auf Gas erneut 19%, wodurch höhere Abschläge auf Verbraucher zukommen.

Gaspreisentwicklung 2024: Einfluss der Netzentgelte

Die Netznutzungsentgelte für Gas machen im Jahr 2024 rund 14 % des Gaspreises aus, haben also ebenfalls Einfluss auf die Gaspreisentwicklung. Sie unterlagen in den letzten Jahren relativ geringen Schwankungen und sind im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesunken.

Die Netzentgelte werden hauptsächlich für den Ausbau und die Instandhaltung der Gasleitungen verwendet. Die Kosten sind im Gaspreis enthalten und werden vom Gasanbieter an den Netzbetreiber weitergegeben.

Wie hoch die Netzentgelte ausfallen, wird jährlich neu von der Bundesnetzagentur festgelegt und unterscheidet sich je nach Region, da auch die Kosten für Betrieb, Ausbau und Instandhaltung des Gasnetzes je nach Netzgebiet unterschiedlich hoch sind. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Netzentgelte am stärksten im Saarland um 8%. Im Hamburg senken sie dagegen um 22%.

Folgen der Gaspreisentwicklung 2024

Von der aktuellen Gaspreisentwicklung sind unzählige Haushalte betroffen: Über 50 Prozent aller deutschen Haushalte nutzen Erdgas zum Heizen. Auch zur Wassererhitzung und zum Kochen benötigen viele Verbraucher Gas. Doch auch die Industrie, Gewerbe und Kommunen bekommen die hohen Gaspreise zu spüren.

Obwohl die Gaspreise 2024 leicht gesunken sind, ist der starke Anstieg der Vorjahren immer noch spürbar. Zahlen Sie aktuell zu viel für Gas? Finden Sie kostenlos und unverbindlich über unseren Tarifrechner heraus, ob es aktuell einen günstigeren Tarif für Ihre Anforderungen gibt.

40m²
80m²
120m²
160m²
kWh

Weitere Einflüsse auf die Gaspreisentwicklung 2024

Auf die Gaspreisentwicklung haben neben Steuern, Netznutzungsentgelten und dem Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage weitere Faktoren Einfluss, die wir im Folgenden erklären.

Abhängigkeit von Förderstaaten

Da Deutschland nur in sehr geringem Ausmaß eigene Gasförderanlagen besitzt, müssen mehr als 90 Prozent des Gasbedarfs importiert werden. Dazu schließen deutsche Anbieter Lieferverträge mit Förderstaaten ab. Bisher waren dies vor allem Russland, Norwegen und die Niederlande.

Russland war bisher mit mehr als 50 Prozent einer der Hauptlieferanten für Erdgas in Deutschland. Dieser hat in den vergangenen Jahren verstärkt den asiatischen Markt beliefert und damit für eine Verknappung des Gases in Europa gesorgt. Seit dem Ukraine-Krieg hat sich die Lage durch die gedrosselte Belieferung extrem zugespitzt und die Gaspreise ansteigen lassen. Die Belieferung durch neue Partner soll die Abhängigkeit von russischen Lieferungen verringern und die Prognose für die Gaspreisentwicklung beeinflussen.

Einfluss des Klimas auf die Gaspreisentwicklung

Wetter- und Klimaveränderungen haben einen nennenswerten Einfluss auf die Gaspreisentwicklung und die Prognose dazu. Beispielsweise konnte nach dem sehr trockenen Sommer 2018 ein erheblicher Anstieg des Gaspreises beobachtet werden.

Der Grund dafür liegt in den niedrigeren Wasserständen der Flüsse. Über die Flussschifffahrt kann nach einer Wärmeperiode wesentlich weniger Kohle transportiert werden. Dadurch sind mehr gasbetriebene Stromkraftwerke in Betrieb, was nachteilig für die Gaspreisentwicklung ist und zu höheren Kosten führt.

Abhängigkeit des Gaspreises vom Ölpreis

Bis zum Jahr 2010 war die sogenannte Ölpreisbindung, bei der viele Lieferverträge zwischen Erdgasproduzenten und Erdgaslieferanten an den Ölpreis gekoppelt wurden, für Preisänderungen mitverantwortlich. Stieg der Ölpreis, folgte mit einem zeitlichen Verzug eine ähnliche Gaspreisentwicklung.

Seit 2010 ist der Gaspreis nicht mehr an den Ölpreis gebunden. Dennoch wird die Gaspreisentwicklung stark von diesem beeinflusst. Wenn die OPEC-Staaten (Organisation erdölexportierender Länder) ihre Fördermengen senken, wird das Öl knapper und teurer. Das bewirkt, dass Stromanbieter, die sowohl ölgetriebene Blockheizkraftwerke als auch Gaskraftwerke betreiben, mehr Gas kaufen. So erfolgt eine Gaspreisentwicklung nach oben.

Einfluss neuer Fördertechnologien auf die Gaspreise

Es entstehen immer neue Technologien zur Förderung von Erdgas. In den USA setzt man beispielsweise Fracking ein. Dabei werden künstliche Fließwege gebohrt, durch die das Gas in den Gesteinsschichten der Erde zutage gefördert wird. Durch eine Weiterentwicklung dieser Technologien könnten die derzeit hohen Förderkosten langfristig erheblich reduziert werden. Allerdings ist Fracking umstritten, da erhebliche Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit bestehen könnten und dies bisher nicht ausreichend erforscht ist.

Prognose zur Gaspreisentwicklung 2024

Bei einer Prognose zur Gaspreisentwicklung spielen die Beschaffungskosten für Gas eine entscheidende Rolle. Die Preise 2022 befanden sich auf dem bisherigen Höchststand. Trotz den sinkenden Gaspreisen 2024 sprechen zahlreiche Faktoren dafür, dass es bis 2025 zu keinem weiteren signifikanten Abstieg kommen wird:

  • Da Gas längerfristig eingekauft wird, sind die hohen Beschaffungskosten noch nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen. Die Gaspreise 2024 werden demnach ansteigen oder auf einem ähnlichen Niveau bleiben.
  • Durch das Heizungsgesetz sollen Haushalte schrittweise vom Heizen mit Gas aussteigen. Ab 2024 gilt das zunächst nur für Heizungen in Neubauten in Neubaugebieten. Haushalte, die aktuell mit Gas heizen, werden das auch in der nahen Zukunft machen dürfen. Aus diesem Grund ist voraussichtlich nicht damit zu rechnen, dass sich das neue Heizungsgesetz in den kommenden Jahren stark auf die Gaspreisentwicklung auswirken wird.
  • Eine wichtige Rolle für die zukünftigen Gaspreise spielt auch, wie die alternativen Beschaffungsmethoden für Gas aussehen: Die Bundesregierung strebt eine Unabhängigkeit von russischem Gas und Erdöl bis 2030 an. Voraussichtlich wird zukünftig mehr Gas aus den USA, Katar oder Ägypten importiert. Dies ist allerdings nicht per Pipeline wie beim russischen Gas möglich, sondern hauptsächlich über Schiffe in Form von Flüssiggas. Steigende Kosten sind die Folge.
  • Die aktuelle Gasknappheit in Deutschland wird in der nahen Zukunft voraussichtlich ebenfalls deutlichen Einfluss auf die Gaspreise haben. Steigende Gaspreise können im Winter insbesondere dann zustande kommen, wenn die Nachfrage von Privathaushalten und Wirtschaft die vorhandenen Gasmengen übersteigt. Hierbei spielt z. B. eine Rolle, wie kalt bzw. lange der Winter ausfällt und inwiefern die Sparmaßnahmen greifen.
  • Die Gaspreisentwicklung für Verbraucher wird auch von der CO2-Steuer beeinflusst, die in den nächsten Jahren regelmäßig steigen soll.
  • Die Netzentgelte könnten zukünftig ebenfalls ansteigen, z. B. falls eine Modernisierung erforderlich wird, um die Netze im Rahmen der Energiewende für die Durchleitung von Wasserstoff zu nutzen.

Experten vermuten, dass der Gaspreis kurzfristig durch die genannten Faktoren weiter steigen wird. Allerdings ist eine mittelfristige Prognose zur Gaspreisentwicklung noch nicht abzusehen. Die Erschließung neuer Förderquellen könnte sich langfristig positiv auf die Gaspreisentwicklung auswirken. Zunächst ist es allerdings bereits ein Erfolg, dass stetige Anstiege der Gaspreise abgefedert wurden – weitere sinkende Preise sind aktuell nicht realistisch. (Quelle: Verbraucherzentrale)

Was tun gegen steigende Gaspreise?

Aufgrund der hohen Gaspreise 2024 und der Prognose für die Folgejahren sollten Verbraucher unbedingt bereits jetzt aktiv werden. Folgende Möglichkeiten bestehen, um Gaskosten einzusparen:

Aktuellen Gastarif überprüfen

Der örtliche Grundversorgungstarif ist meist die teuerste Option. Durch einen Wechsel lassen sich in vielen Fällen hunderte Euro pro Jahr sparen, obwohl aktuell wenige Neukundenangebote von alternativen Anbietern angeboten werden. Grundsätzlich lohnt es sich immer, den aktuellen Tarif zu überprüfen.

Das gilt insbesondere für Kunden, die eine Preiserhöhung ihres Gasanbieters erhalten haben oder in die Ersatzversorgung gerutscht sind (z. B. durch Insolvenz oder Lieferstopp des Vorversorgers).

Gut zu wissen: Bei Gaspreiserhöhungen haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Bis zum Tag der Erhöhung können Sie frühzeitig kündigen, ohne die eigentliche Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist zu berücksichtigen.

Achten Sie bei der Tarifsuche neben dem Preis unbedingt auch auf die Konditionen der verschiedenen Gasverträge, v. a. Laufzeit und Preisgarantie. Tipps für die Suche nach einem zuverlässigen, günstigen Gasanbieter finden Sie in unserem Artikel „Gasanbieter wechseln“.

Gerne prüft cheapenergy24 für Sie jedes Jahr, ob aktuell ein günstigerer Tarif verfügbar ist. Alle Aufgaben rund um den Gasvertrag übernehmen wir für Sie (Tarifvergleich, Kündigung, Wechsel, Kommunikation mit dem Gasanbieter,…). Finden Sie gleich kostenlos und unverbindlich heraus, ob sich ein Anbieterwechsel aktuell für Sie lohnt.

Anpassungen des Gaspreises kritisch prüfen

Post Ihres Gasanbieters sollten Sie immer kritisch auf Preiserhöhungen überprüfen. Auch wenn derzeit zahlreiche rechtmäßige Gaspreiserhöhungen erfolgen, gilt trotzdem: Solange Sie durch eine Preisgarantie geschützt sind (egal welche Art der Garantie), kann Ihr Gasversorger keine Erhöhung aufgrund der gestiegenen Einkaufspreise durchführen. Bei derartigen Preisanpassungen sollten Sie schriftlich Widerspruch einlegen.

Falls die Preisanpassungsklausel im Rahmen der Alarmstufe des Notfallplans Gas in Kraft tritt, sind Erhöhungen trotz Preisgarantie möglich – mehr dazu erfahren Sie hier.

Achtung: Im Grundversorgungstarif gilt keine Preisgarantie; es können also jederzeit Anpassungen der Gaspreise erfolgen.

Heizkosten sparen

Mehr als je zuvor lohnt es sich jetzt, den Gasverbrauch zum Heizen möglichst gering zu halten. Dies ist z. B. durch eine Modernisierung der Heizungsanlage, aber auch schon durch eine geringere Raumtemperatur möglich. Bereits ein Grad weniger spart etwa 6 % Energie. Empfehlenswert ist eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad; im Schlafzimmer 16-18 Grad. Auch das Entlüften der Heizung kann den Gasverbrauch reduzieren. Hier finden Sie weitere Tipps zum Gas sparen.

FAQ: Häufige Fragen zur Gaspreisentwicklung

Im Folgenden beantworten unsere Experten die häufigsten Fragen zur Gaspreisentwicklung und den Gaspreisen 2024.

Die Gaspreisentwicklung basiert auf unterschiedlichen Einflussfaktoren. Ein Beispiel hierfür ist der Förderort, da Deutschland selbst keine Gasförderanlagen besitzt. Somit besteht eine starke Abhängigkeit von anderen Staaten, wie sich gerade am Verhältnis zu Russland zeigt. Ebenso hängt der Gaspreis auch vom Ölpreis ab, auch wenn dieser nicht mehr in direkter Verbindung zum Gaspreis steht. Darüber hinaus haben auch die weltweite Nachfrage, steuerliche Veränderungen, technologische Innovationen und natürlich auch die Marge des Versorgers ihren Anteil am Gaspreis und der Prognose zur Gaspreisentwicklung.

Die Gaspreise werden voraussichtlich weiter steigen. Das liegt insbesondere an der weltweit erhöhten Gas-Nachfrage, dem schrittweisen Entfall von Russland als Gaslieferant und dem ansteigenden CO₂-Preis.

Je nach zukünftigen Nutzungsweisen der Gasleitungen (z. B. für Wasserstoff) könnten auch die Netzentgelte steigen, da umfangreiche Umbaumaßnahmen fällig werden könnten. Eine wichtige Rolle spielt auch, woher Deutschland in den nächsten Jahren hauptsächlich seine Gaskontingente bezieht – beispielsweise ist Flüssiggas, welches meist per Schiff transportiert wird, deutlich teurer als Gas über Pipelines, wie es bisher aus Russland geliefert wurde.

Betrachtet man die Gaspreisentwicklung der letzten 20 Jahre, so werden zahlreiche Preisschwankungen bei den Gaspreisen sichtbar.

Seit dem Jahr 2000 geht die Gaspreisentwicklung nach oben und erreichte mit dem Ansteigen der Rohölpreise Anfang 2008 ein Rekordniveau (7,27 Cent pro kWh). Bis zu 25 % Preiserhöhungen mussten Gaskunden damals hinnehmen.

Ein Einschnitt in der Gaspreisentwicklung erfolgte 2010 mit dem Ende der Kopplung an den Ölpreis.

Langfristig hatte die Gasmarkt-Liberalisierung im Jahr 2006 Einfluss. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die Bundesnetzagentur die Aufsicht über den Markt. Durch neue, kleinere Anbieter, die ab 2006 auf den liberalisierten Gasmarkt kamen, wurde der Wettbewerb insgesamt angetrieben. Verbraucher profitierten davon im Laufe der folgenden Jahre aufgrund einer günstigen Gaspreisentwicklung. Besonders in Großstädten erreichte die Gaspreisentwicklung ihr niedrigstes Niveau, weil hier der Wettbewerb entsprechend groß war und sich die Anbieter gegenseitig unterboten.

Die Tiefstwerte wurden im Jahr 2017 bzw. 2018 erreicht, als der Gaspreis für Endkunden in Deutschland bei 5,73 Cent bzw. 5,81 pro Kilowattstunde lag. Es kam allerdings zu einer deutlichen Steigerung 2019 auf 6,17 ct/kWh, da v. a. die Beschaffungspreise anstiegen.

Anfang 2020 sanken die Großhandelspreise, wodurch sich ein Durchschnittspreis von 5,97 ct/kWh ergab. Positiv wirkte sich auch eine Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent aufgrund der Corona-Krise aus (2. Jahreshälfte 2020).

Es folgte jedoch eine Gaspreisentwicklung nach oben im Jahr 2021, u. a. durch die Einführung der CO2-Steuer.

2022 erreichte der Gaspreis in Deutschland einen Rekordwert (15,29 ct/kWh), was v. a. durch die extrem angestiegenen Beschaffungskosten zustande kam. Erst im Jahr 2023 sind die Gaspreise leicht gesunken, werden aber voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau bleiben und nicht weiter senken.

Im Jahr 2024 sind die Gaspreise zwar nicht so hoch wie 2022, aber deutlich höher als das Niveau 2000-2020. Dabei ist in den Folgejahren nicht mit senkenden Preisen zu rechnen, sondern eher das Gegenteil.

Am 23.06.2022 wurde durch die Bundesregierung die „Alarmstufe“ des Notfallplans Gas ausgerufen (Alarmstufe 2 von 3). Diese greift bei einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage“, die aber noch ohne staatliche Eingriffe vom Markt bewältigt werden kann.

Hintergrund: Im Vorfeld hatte Russland bzw. Gazprom die Gas-Liefermengen durch Nord Stream 1 stark reduziert. Anfang September kam es zum Lieferstopp.

Für Verbraucher hat die Alarmstufe bisher keine direkten Auswirkungen. Weitere starke Preiserhöhungen sind allerdings wahrscheinlich.

Die Bundesregierung kann durch die Alarmstufe nun z. B. veranlassen, dass verstärkt Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerke für die Stromerzeugung genutzt werden.

Erst bei der dritten und letzten Stufe des Notfallplans, der sog. Notfallstufe, wäre ein staatlicher Eingriff in die Gasverteilung der Fall. Dann würde die Bundesnetzagentur die Zuteilung von Gasmengen koordinieren bzw. könnte Rationierungen vorgeben. Privathaushalte, Krankenhäuser und weitere systemrelevante Betriebe sollen dabei besonders geschützt werden.

Strom- und Gasanbieterwechsel mit cheapenergy24

Mit unserem Rundum-Sorglos-Service sparen Sie bis zu 900 Euro pro Jahr, indem wir für Sie den Strom- oder Gasanbieter wechseln. Wir optimieren jährlich Ihre Tarife und übernehmen die gesamte Vertragsorganisation – von der Rechnungsprüfung bis zum Wechsel.

Einmal pro Jahr erhalten Sie von uns eine Tarifempfehlung, die Sie nur noch bestätigen müssen – alles andere übernehmen wir kompetent und zuverlässig. Mit unserem Wechselassistenten für Strom und Gas sparen Sie ohne Aufwand Geld und wertvolle Zeit!