Faktencheck und Tipps

Stadtwerke München Preiserhöhung: Entgehen Sie den teureren Preisen

Die Stadtwerke München erhöhen immer wieder ihre Preise. Kunden können solche Preisänderungen allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Im Folgenden gehen wir eine Preiserhöhung Schritt für Schritt durch und erklären, worauf Sie achten sollten, welche Rechte Sie als Verbraucher haben und was bei einer Preiserhöhung der SWM zu tun ist.

Das Wichtigste zur SWM-Preiserhöhung

  • Regelmäßig erfolgen Preiserhöhungen durch die Stadtwerke München
  • Betroffen sind meist Bestandskunden
  • Preiserhöhungen werden dem Kunden oft nur versteckt und intransparent mitgeteilt
  • Kunden können direkt kündigen (Sonderkündigungsrecht), unabhängig von der verbleibenden Vertragslaufzeit
  • Durch einen Stromanbieterwechsel ist eine Ersparnis von bis zu 300 € jährlich möglich

Die SWM-Preiserhöhung erkennen

Hebt ein Stromanbieter seine Preise an, dann verpflichtet ihn das Gesetz dazu, sich an bestimmte Vorgaben zu halten. Die wichtigsten sind folgende:

  • Kunden müssen mindestens 6 Wochen im Voraus schriftlich über eine geplante Preiserhöhung informiert werden.
  • Gleichzeitig muss auf das Sonderkündigungsrecht der Kunden hingewiesen werden.
  • Idealerweise sollte aus der Überschrift oder den ersten Sätzen ersichtlich sein, dass eine Preiserhöhung erfolgt.
  • Für den Grundversorgungstarif der SWM muss eine öffentliche Mitteilung erfolgen, z. B. in der Zeitung.

Grundversorgungs- oder Sondertarif bei den Stadtwerken München?

Es gelten unterschiedliche Regelungen bei einer Preiserhöhung der SWM. Diese hängen davon ab, ob die SWM in Ihrem Fall der örtlicher Grundversorger oder ein selbst gewählter Anbieter sind.

  • Für die Stadt München gewährleisten die Stadtwerke München die Grundversorgung. Verbraucher, die nicht selbst einen Stromanbieter beauftragen oder nicht mehr vom bisherigen beliefert werden, beziehen automatisch Strom über den SWM-Grundversorgungstarif.
    Hinweis: Örtliche Grundversorger wie die SWM bieten auch Sondertarife an. Hierbei gelten andere Fristen als im Grundversorgungstarif, die sich in den AGB finden.
  • Alternativ zur Grundversorgung können Verbraucher in Deutschland aus zahlreichen freien Anbietern einen Stromversorger auswählen. Man spricht dann von einem Sondertarif bei einem alternativen Anbieter. Die SWM bieten auch außerhalb von München Sondertarife an.

Trotz der Vorgaben sehen die Mitteilungen zu Preisänderungen durch Energieversorger in der Realität oft anders aus. Die Stadtwerke München halten sich zwar an die gesetzlichen Vorgaben, versenden die Information über eine Preiserhöhung allerdings häufig in langen Briefen. Oftmals sind Preisänderungen beispielsweise unter dem Vorwand einer neuen Preisgarantie getarnt. In den langen Textpassagen geht es so auf den ersten Blick lediglich um die Entwicklungen der Stromkosten und andere Analysen zum Strompreis. Der Kunde kann nicht auf Anhieb erkennen, dass hier eigentlich eine Preiserhöhung angekündigt wird.

Bei Schreiben des Stromanbieters sollten Sie deshalb beispielsweise immer auf Formulierungen wie „Aufgrund der Vertragsänderung steht Ihnen selbstverständlich ein Sonderkündigungsrecht zu“ achten. Stromversorger sind gesetzlich zu solchen Klauseln verpflichtet, wenn Änderungen an den Vertragsbedingungen ins Haus stehen.

Rechte bei einer Preiserhöhung der Stadtwerke München

Wenn die SWM die Preise anheben (oder auch senken), haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dadurch können Sie bis zum Tag vor Inkrafttreten der neuen Preise kündigen. Die vertraglich festgelegte Laufzeit und Kündigungsfrist müssen Sie nicht mehr beachten.

Hinweis: Wenn Sie einen Grundversorgungstarif der Stadtwerke München nutzen, lässt sich dieser jederzeit innerhalb von 2 Wochen kündigen. Der Vertrag lässt sich also schon beenden, bevor teurere Preise in Kraft treten würden.

Gilt das Sonderkündigungsrecht bei Erhöhungen aus steuerlichen Gründen?

Viele Stromanbieter locken ihre Kunden mit einer Preisgarantie an. Diese ist allerdings oft hinfällig, wenn staatliche Umlagen und Abgaben erhöht werden. Diese Einschränkung der Preisgarantie verleitet viele Kunden zu der Annahme, dass sie einer Preiserhöhung aus steuerlichen Gründen nicht widersprechen können. Dabei wird das in einem solchen Fall in Kraft tretende Sonderkündigungsrecht nicht von der individuellen Preisgarantie des Stromanbieters beeinflusst.

In der Vergangenheit wollten Stromanbieter durch diese Klausel zwar immer wieder ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen abwenden, sind damit allerdings vor den Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof gescheitert. Die Begründung liegt darin, dass der Stromanbieter bei einer Preiserhöhung – aus welchen Gründen auch immer – einseitig entscheidet, die Vertragsbedingungen zu ändern. Das Gesetz bietet dem Kunden in diesem Fall zwei Möglichkeiten: Er kann die Änderung akzeptieren oder aber sein Sonderkündigungsrecht nutzen.

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Kündigung und Anbieterwechsel bei SWM-Strompreiserhöhung

Ein Stromanbieterwechsel lohnt sich besonders bei Preiserhöhungen, denn Treue wird auf dem deutschen Strommarkt nicht belohnt: Bestandskunden zahlen die teuersten Preise und sind immer wieder Preiserhöhungen ausgesetzt, während Neukunden von Rabatten und Bonuszahlungen (z. B. Neukundenbonus) profitieren.

Hinzu kommt, dass die höchsten Preise i. d. R. in der Grundversorgung verlangt werden und ein Großteil der deutschen Verbraucher hunderte Euro jährlich zu viel zahlt. Bei alternativen Anbietern lässt sich durch günstigere Tarife viel Geld sparen.

Somit ist das Sonderkündigungsrecht eine gute Chance, um frühzeitig aus einem nachteiligen Vertrag zu kommen.

Wann und wie kündigen bei SWM-Strompreiserhöhung?

Wenn Ihr Stromanbieter Sie rechtzeitig über die Preiserhöhung informiert und Sie sich dazu entschließen, den Anbieter zu wechseln, sollten Sie möglichst bald kündigen. Wenn Sie länger warten, steigt die Gefahr, dass der neue Stromanbieter die Belieferung nicht mehr rechtzeitig übernehmen kann und Sie kurzzeitig durch die Ersatzversorgung des Grundversorgers zwischenversorgt werden müssen. Diese Ersatzversorgung ist vergleichsweise teuer, gewährleistet allerdings, dass Sie jederzeit mit Strom versorgt werden. Wir empfehlen, einen Wechsel des Stromtarifs mit mindestens 4 Wochen Vorlaufzeit vorzunehmen.

Der neue Versorger kann die Sonderkündigung bei einer Preisänderung übrigens nicht für den Verbraucher vornehmen. Der Kunde muss in einem solchen Fall selbst die Kündigung aussprechen.

Ob hierbei eine Unterschrift nötig ist oder eine Mail ausreicht, hängt davon ab, wann der Vertrag abgeschlossen wurde:

  • Verträge, die vor dem 01.10.2016 abgeschlossen wurden: Eine Kündigung muss in der Form erfolgen, die vom Anbieter gefordert wird, also Text- oder Schriftform. Falls die Schriftform nötig ist, muss per Post oder Fax inkl. Unterschrift gekündigt werden; bei der Textform reicht z. B. eine E-Mail.
  • Verträge, die ab dem 01.10.2016 abgeschlossen wurden: Ein unterschriebener Brief ist nicht mehr nötig, da die sogenannte Textform (z. B. Mail) ausreicht.

Links und Downloads zur SWM-Preiserhöhung

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