Verbraucherfragen

Was passiert, wenn der Stromanbieter insolvent geht?

In den letzten Monaten häuften sich die Nachrichten über Stromanbieter, die Insolvenz anmelden mussten. Bei den Kunden sorgt diese Nachricht meist für große Unsicherheit: Was ist zu tun, wenn der eigene Stromanbieter insolvent geht? Woher kommt der Strom jetzt? Unsere Energie-Experten geben Antworten – und außerdem auch Tipps, wie man das Risiko für einen solchen Fall minimieren kann.

Taschenrechner und Insolvenz-Hammer
  • In den letzten Monaten mussten einige Energieversorger Insolvenz anmelden
  • Kunden rutschen nach Insolvenz ihres Stromanbieters automatisch in die Ersatzversorgung des örtlichen Grundversorgers

  • Wer bei der Auswahl des Stromanbieters genau hinsieht, kann sein Risiko minimieren

Woher kommt der Strom, wenn der Anbieter insolvent ist?

 

Eine ganze Reihe Stromanbieter musste in letzter Zeit Insolvenz anmelden– beispielsweise BEV, Econsum, die energycoop eG oder e:veen. Oft trifft dies Billig- bzw. sogenannte Discountanbieter von Strom.

Für den Verbraucher wirft eine solche Hiobsbotschaft natürlich erstmal Unmengen an Fragen auf. In vielen Fällen wird er auch äußerst spärlich mit Informationen versorgt.

Doch es gibt keinen Grund zur Panik: Wenn ein Stromanbieter Insolvenz anmeldet und keinen Strom mehr liefern kann, müssen Sie als Kunde dennoch nicht befürchten, durch Stromausfall plötzlich im Dunkeln zu sitzen. Die Stromversorgung ohne Unterbrechung ist sogar gesetzlich geregelt.

Durch die Insolvenzanmeldung des Stromversorgers kommt es zu einem Lieferstopp. Dadurch springt nahtlos der örtliche Grundversorger mit einer sogenannten Ersatzversorgung ein. Oft sind das die Stadtwerke. Die Ersatzversorgung ist allerdings nicht unbedingt günstig, denn sie orientiert sich an den Tarifen der Grundversorgung.

Deshalb sollten Sie, wenn Ihr Stromanbieter insolvent ist, so schnell wie möglich einen neuen Anbieter wählen, um dem teuren Grundversorgungstarif zu entkommen.

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Das können Sie tun, wenn Ihr Stromanbieter insolvent ist

Verbraucherschützer raten dazu, im Falle einer Insolvenz dem insolventen Anbieter trotzdem noch ein Kündigungsschreiben zukommen zu lassen (am besten per Einschreiben mit Rückschein). Darin sollten Sie auch eine ggf. bestehende Einzugsermächtigung für Abschlagszahlungen widerrufen. So sind Sie für alle Fälle abgesichert.

Falls noch Rechnungsbeträge offen sind und die Forderung des insolventen Anbieters an Sie gerechtfertigt ist, müssen Sie diese begleichen. Die Überweisung sollte allerdings an das Sonderkonto des Insolvenzverwalters gehen, nicht an das Unternehmenskonto des Stromanbieters.

Sollten Sie Vorauszahlungen geleistet haben, fordern Sie diese vom insolventen Anbieter zurück bzw. lassen Sie Lastschriften von Ihrer Bank zurückbuchen. Dies ist bis zu acht Wochen nach Einzug möglich.

Falls Sie noch eine Rückzahlung bekommen sollten, weil sie zu viele Abschlagszahlungen gezahlt haben, bleibt nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens nur die Möglichkeit, den Betrag zur Insolvenztabelle anzumelden. Oft ist hier fraglich, ob der Verbraucher die Summe noch zurückerhält, da in vielen Fällen zahlreiche Forderungen eingehen.

Außerdem ist es bei einer Insolvenz Ihres Stromanbieters sinnvoll, die Zählerstände abzulesen und sie an den Netzbetreiber weiterzugeben. Wenn dann der Wechsel zu einem neuen Anbieter erfolgt, sind die Verbrauchszahlen korrekt und Sie sparen sich unnötigen Ärger. Auch der Grundversorger benötigt voraussichtlich Ihren Zählerstand.

Bei der anschließenden Wahl des neues Anbieters sollten Sie mit Bedacht vorgehen, denn leider tummeln sich auf dem Markt auch ein paar schwarze Schafe. Dabei lassen sich unseriöse Stromversorger schon im Vorfeld anhand bestimmter Kriterien identifizieren.

Neuen Stromanbieter auswählen: Risiko einer Stromanbieter-Insolvenz minimieren

Die unangenehme Erfahrung, dass Ihr Stromanbieter Insolvenz angemeldet hat, möchten Sie selbstverständlich kein zweites Mal machen. Um herauszufinden, ob es sich beim gewünschten Anbieter um einen seriösen Stromversorger handelt, bietet sich zunächst ein Blick auf Bewertungsplattformen wie etwa Reclabox an.

Finden sich hier viele Beschwerden über schlechten Kundenservice, undurchsichtige Preissteigerungen oder auch Bonuszahlungen, die die Kunden nie erhalten haben, sollte man besser die Finger von diesem Anbieter lassen und sich nach einer Alternative umsehen.

Grundsätzlich ist es immer gut, wenn ein Stromversorger schon lange auf dem Markt ist und viele Kunden hat. Das macht nicht nur die Bewertungen aussagekräftiger, sondern spricht auch für einen guten Service.

Ebenso lohnt sich ein Blick in die Vertragskonditionen des gewünschten Anbieters.

Seriöse Stromversorger verzichten auf Tarife mit Vorauskasse und setzen stattdessen auf monatliche Abschlagszahlungen. Auch sollten Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist möglichst kurz gehalten sein – im Idealfall nicht mehr als 12 bzw. einen Monat. Achten Sie außerdem darauf, keinen Vertrag mit kurzer Preisgarantie einzugehen.

Wer auf einen seriösen Anbieter zurückgreifen, sich aber nicht selbst um den Wechsel kümmern will, kann den digitalen Wechselassistenten von cheapenergy24 nutzen.  Dieser prüft oben genannte Punkte für den Kunden und kümmert sich auch in Zukunft um den Wechsel –  mit bis zu 900 Euro Einsparpotenzial im Jahr.

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