Faktencheck und Tipps

E.ON Preiserhöhung: Das können Sie tun

E.ON erhöht die Strompreise. Viele Kunden sind unsicher, wie sie nun verfahren sollen. Im Folgenden gehen wir eine mögliche Preiserhöhung Schritt für Schritt durch und verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten, welche Rechte Sie haben und wie lange Sie diese nutzen können.

Kurzüberblick zur E.ON-Preiserhöhung

Das sollten Sie zur Strompreiserhöhung von E.ON wissen:

  • E.ON erhöht regelmäßig die Strompreise
  • Preiserhöhungen werden oft versteckt und intransparent mitgeteilt
  • Eine sofortige Kündigung (unabhängig von der verbleibenden Vertragslaufzeit) ist möglich
  • Durch einen Stromanbieterwechsel lassen sich jedes Jahr mehrere Hundert Euro sparen

So erfahren Sie von der E.ON-Preiserhöhung

Stromanbieter sind gesetzlich verpflichtet, sich bei einer Preiserhöhung an bestimmte Vorgaben zu halten. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Kunden müssen über die Preiserhöhung mindestens 6 Wochen im Voraus informiert werden.
  • Die Information muss schriftlich erfolgen, also per Brief oder per Mail.
  • Im selben Informationsschreiben muss auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen werden.
  • Idealerweise sollte die Preiserhöhung bereits in der Überschrift oder in den ersten Sätzen klar kommuniziert werden.
  • Wenn Sie bei E.ON den Grundversorgungstarif nutzen, muss die Preiserhöhung öffentlich (z. B. in der Zeitung) mitgeteilt werden. Dies ist nicht vorgeschrieben, wenn Sie über einen Sondertarif von E.ON beliefert werden.

Grundversorgungs- oder Sondertarif bei E.ON?

Bzgl. einer Preiserhöhung von E.ON gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, ob es sich bei E.ON um Ihren Grundversorger oder einen selbstgewählten Anbieter handelt.

  • E.ON übernimmt für viele Standorte die Grundversorgung. Wer nicht selbst einen Stromanbieter beauftragt oder vom bisherigen Anbieter nicht mehr versorgt wird, wird automatisch von E.ON über den Grundversorgungstarif beliefert.
    Hinweis: Wer beim Grundversorger einen speziellen Tarif auswählt, nutzt einen Sondertarif.
  • Alternativ zur Grundversorgung können Verbraucher aus zahlreichen freien Anbietern einen Stromversorger auswählen. Man spricht dann von einem Sondertarif bei einem alternativen Anbieter.

So erkennen Sie eine Preiserhöhung

Obwohl Stromversorger wie E.ON dazu verpflichtet sind, Strompreiserhöhungen 6 Wochen vorab klar verständlich und schriftlich mitzuteilen, sieht die Realität jedoch oft anders aus. Zwar hält sich E.ON an die gesetzlichen Vorgaben, allerdings werden die Info-Schreiben zur Preiserhöhung oft in langen Briefen versteckt. In vielen Fällen wird die Preiserhöhung unter dem Vorwand einer neuen Preisgarantie getarnt. Auf den ersten Blick geht es in diesen langen Textpassagen lediglich um Entwicklungen der Stromkosten und andere Analysen zum Strompreis. Nicht auf Anhieb erkennt man als Kunde, dass es sich hierbei um eine Preiserhöhung handelt.

Auffällig sind auch Formulierungen wie „Aufgrund der Vertragsänderung steht Ihnen selbstverständlich ein Sonderkündigungsrecht zu“. Zu einem Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht sind Stromanbieter gesetzlich verpflichtet, sofern etwas an den Vertragsbedingungen geändert wird. Mit dieser Methode können Sie die Preiserhöhung meist sicher entlarven.

Diese Rechte haben Sie bei einer E.ON-Preiserhöhung

Wichtig zu wissen: Wenn E.ON die Strompreise erhöht (oder auch senkt), haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können also bis zum Tag vor Eintreten der neuen Preise kündigen und müssen die eigentliche Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist nicht beachten. Eine Preissteigerung müssen Sie also nicht unbedingt akzeptieren.

Hinweis: Wenn Sie einen Grundversorgungstarif von E.ON nutzen, können Sie jederzeit innerhalb von 2 Wochen kündigen und müssen nicht bis zum Inkrafttreten der neuen Preise warten.

Gilt das Sonderkündigungsrecht auch, wenn die Preisgarantie nicht greift?

Viele Anbieter werben mit einer Preisgarantie, die den Kunden vor Strompreiserhöhungen schützt. Allerdings gilt diese bei einer Erhöhung der staatlichen Umlagen und Abgaben in den meisten Fällen nicht mehr. Deshalb vermuten viele Kunden, die einer Preiserhöhung aus steuerlichen Gründen durch E.ON ausgesetzt sind, dass sie dieser nicht widersprechen können. Das ist allerdings falsch.

Die individuelle Preisgarantie des Stromanbieters hat keinen Einfluss auf das Sonderkündigungsrecht. Zwar haben in der Vergangenheit einige Stromanbieter versucht, im Zusammenhang mit der Preisgarantie ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen zu verhindern, allerdings sind diese Versuche vor den Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof gescheitert. Für Sie heißt das im Klartext: Sie können Ihren Vertrag bei E.ON auch dann kurzfristig beenden, wenn die Preiserhöhung durch Steuern, Abgaben oder Umlagen zustande kommt.

Die Begründung liegt darin, dass der Stromanbieter bei einer Preiserhöhung – unabhängig vom Grund der Erhöhung – einseitig entscheidet, die Vertragsbedingungen zu ändern. Daher gewährt das Gesetz dem Kunden hier die Möglichkeit, entweder die Änderung zu akzeptieren oder durch das Sonderkündigungsrecht zu kündigen.

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Der E.ON-Preiserhöhung entgehen: Kündigung und Anbieterwechsel

Sobald Sie die Information über eine Preiserhöhung erhalten haben und Sie sich dazu entscheiden, den Anbieter daraufhin zu wechseln, sollten Sie sich mit der Kündigung beschäftigen.

Wie Sie am besten verfahren, hängt davon ab, ob E.ON ihr Grundversorger ist oder Sie einen Sondertarif des Versorgers nutzen. (Eine Erklärung finden Sie hier.)

  • Wenn Sie bei E.ON in der Grundversorgung sind: Der Vertrag ist jederzeit innerhalb von 2 Wochen kündbar.
  • Wenn Sie bei E.ON einen Sondertarif abgeschlossen haben: Sie können Ihr Sonderkündigungsrecht aufgrund einer Preiserhöhung nutzen, wodurch der Vertrag am Tag endet, bevor die neuen Preise gültig werden.

Wie schnell sollte man bei einer E.ON-Preiserhöhung handeln?

Grundsätzlich gilt: Je schneller Sie reagieren, desto eher ist gewährleistet, dass der neue Stromanbieter die Strombelieferung zum richtigen Datum übernehmen kann. Zu kurzfristige Wechsel können dazu führen, dass Sie kurzzeitig durch die Ersatzversorgung des Grundversorgers zwischenversorgt werden. Diese ist vergleichsweise teuer, jedoch ist hierdurch die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet. Wir empfehlen, den Stromanbieterwechsel mit mindestens 4 Wochen Vorlaufzeit durchzuführen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass die Sonderkündigung bei einer Preisänderung nicht vom neuen Versorger übernommen werden kann. Die Kündigung muss durch den Kunden ausgesprochen werden.

Ist eine Kündigung bei E.ON per E-Mail gültig?

Sie können bei E.ON per E-Mail kündigen, wenn Ihr Vertrag nicht vor dem 01.10.2016 abgeschlossen wurde. Dank einer Gesetzesänderung gilt inzwischen für alle Verträge, die ab dem 01.10.2016 abgeschlossen wurden: Ein unterschriebener Brief ist nicht mehr nötig. Die sogenannte Textform reicht aus, also z. B. eine E-Mail. Natürlich ist auch weiterhin die Kündigung per Fax oder Brief möglich.
Wenn Sie Ihren Vertrag vor dem 01.10.2016 abgeschlossen haben und Ihr Versorger eine Kündigung in Schriftform fordert, ist ein unterschriebener Brief nötig.

Links und Downloads zur E.ON-Preiserhöhung

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