Kündigungsfrist beim Stromvertrag

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Die Kündigungsfrist beim Stromvertrag ist in mehreren Fällen interessant: Sie wollen den Stromanbieter wechseln und fragen sich, wann Sie Ihren alten Vertrag kündigen können? Sie wollen einen neuen Stromvertrag abschließen? Dann sollten Sie die Kündigungsfrist des neuen Vertrags genau unter die Lupe nehmen, denn häufig sind die günstigsten Angebote mit langen Kündigungsfristen verbunden. Dadurch können Sie sich nicht mehr spontan für ein besseres Angebot entscheiden. Oder steht bei Ihnen ein Umzug steht an? Alles Wichtige rund um die Fragen „Welche Kündigungsfristen gelten bei Stromtarifen?“ und „Wie lange geht die Vertragslaufzeit?“ erfahren Sie hier.

Sie suchen Infos zur Kündigungsfrist des Gasvertrags? Diese finden Sie hier.

Was bedeuten Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit beim Strom?

Jeder Stromvertrag zwischen Energieversorger und Verbraucher hat eine Mindestvertragslaufzeit und eine Kündigungsfrist. Je nach Anbieter variieren die Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten von Stromverträgen. Doch was bedeuten die beiden Begriffe?

  • Als Kündigungsfrist wird der Zeitraum vor Vertragsende bezeichnet, in dem der Vertrag gekündigt werden muss, sodass er nicht automatisch verlängert wird. Verpasst man die Kündigungsfrist, verlängert sich automatisch der Vertrag um die Laufzeit, die in den AGB festgelegt ist.
  • Als Vertragslaufzeit wird der Zeitraum für die Gültigkeit eines Vertrags bezeichnet, also die Vertragsdauer.
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Wie lange ist die Kündigungsfrist von Stromverträgen?

Die Kündigungsfrist kann jeder Stromversorger frei festlegen; daher variiert sie nicht nur je nach Anbieter, sondern eventuell auch je nach Tarif.

Für die Länge der Kündigungsfrist ist es entscheidend, ob Sie einen Grundversorgungstarif oder einen Tarif von einem freien Energieversorger auf dem Strommarkt nutzen:

  • Grundversorgungstarif:
    Befinden Sie sich in der regionalen Grundversorgung und haben noch nie einen Tarifwechsel vorgenommen, können Sie Ihren Vertrag jederzeit mit einer Frist von 2 Wochen kündigen. Sie müssen also nicht das Monatsende abwarten. Beim Grundversorger gibt es außerdem keine Vertragslaufzeit, sodass ein Anbieterwechsel schnell und flexibel vorgenommen werden kann.
    Achtung: Falls Sie einen Sondertarif beim Grundversorger vereinbart haben, kann dieser längere Kündigungsfristen haben.
  • Tarif bei einem freien (selbst gewählten) Anbieter:
    Hier beträgt die Kündigungsfrist in der Regel zwischen 4 und 12 Wochen. Informieren Sie sich am besten schon vor dem Wechsel über die entsprechenden Fristen.
  • Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen:
    Wenn Ihr Stromanbieter Sie über eine Preiserhöhung informiert hat, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, dass Sie nicht mehr an die Kündigungsfrist und Vertragslaufzeit gebunden sind. Stattdessen können Sie Ihrem Anbieter sofort, spätestens jedoch bis zum Tag des Inkrafttretens der Preiserhöhung kündigen.
    Achtung: Sobald die Erhöhung gültig ist, ist das Sonderkündigungsrecht erloschen.
  • Sonderkündigungsrecht bei Umzug:
    Viele Anbieter, jedoch nicht alle, gewähren auch im Fall eines Umzugs ein Sonderkündigungsrecht. Hier gelangen Sie zu den Infos zum Stromwechsel beim Umzug.

Hinweis: Auch beim Sonderkündigungsrecht bietet es sich an, nach Möglichkeit den Vertrag mindestens zwei Wochen vor Ablauf der Frist zu kündigen. So kann ein problemloser Anbieterwechsel erfolgen.
Bei Tarifen mit längerer Kündigungsfrist ist es optimal, sich schon ca. 4 Monate vor Ende der Vertragslaufzeit um die Kündigung zu kümmern und den Wechsel einzuleiten.

Tipp: Achten Sie beim Abschluss eines neues Vertrags unbedingt auf Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen. Eine zu lange Kündigungsfrist nimmt Ihnen die Spontaneität, auf neue und bessere Angebote auf dem Markt zu reagieren.

Wie lange ist die Laufzeit von Stromverträgen?

Auf dem Energiemarkt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Vertragslaufzeiten, die – wie auch die Kündigungsfristen – nicht nur vom Anbieter, sondern auch vom entsprechenden Tarif abhängen.

Am häufigsten sind Stromverträge mit einer Laufzeit von 2-4 Wochen, 6 Monaten oder 1-2 Jahren. Die Mehrheit der aktuellen Verträge wird über ein Jahr abgeschlossen. Wir raten von Tarifen ab, die zu einer Vertragslaufzeit von mehr als 12 Monaten verpflichten, da hier ebenfalls die Flexibilität wegfällt.

Strom kündigen bei Preiserhöhungen: Welche Kündigungsfrist gilt?

Im Fall einer Strompreiserhöhung durch den Anbieter hat der Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Eine Preiserhöhung oder Preissenkung muss dem Kunden 6 Wochen vor dem Datum der Preisänderung schriftlich angekündigt werden. Für Verbraucher, die ein Schreiben bzgl. Änderung der Strompreise erhalten, gilt dann das Sonderkündigungsrecht zum Datum der Preisanpassung.

Das heißt, Sie können dem Stromanbieter in diesem Fall ohne eine Frist kündigen, auch wenn der Vertrag beispielsweise noch eine 9-monatige Laufzeit hat.

Das sollten Sie bzgl. der Kündigungsfrist Ihres Stromtarifs bei Preiserhöhungen unbedingt beachten:

  • Erkennen Sie die Preiserhöhung! Dazu sollten Sie jedes eingehende Schreiben Ihres Stromanbieters genau prüfen. Obwohl die Auflage gilt, dass eine Preiserhöhung für den Verbraucher transparent sein soll, ist dies oft nicht der Fall. So kann z. B. die Preiserhöhung in einer Mail oder einem Brief enthalten sein, die stark Werbung ähneln. Eine weitere Möglichkeit ist, dass lediglich der neue Preis genannt wird, sodass Sie diesen selbst mit Ihrer letzten Abrechnung vergleichen müssen, um eine Erhöhung zu erkennen.
  • Achten Sie auf einen Hinweis auf Ihr Sonderkündigungsrecht. Der Anbieter ist verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, sobald es Ihnen zusteht.
  • Handeln Sie zeitnah! Kündigen Sie Ihren Stromvertrag schnellstmöglich schriftlich, um mit sofortiger Wirkung aus dem Vertragsverhältnis herauszukommen und um sich bereits um einen neuen Anbieter kümmern zu können.

Auch wenn nur die staatlichen Umlagen (z.B. EEG Umlage, KWK-Umlage, Offshore-Umlage usw.) an den Kunden weitergegeben werden oder sogar Preissenkungen erfolgen, besteht trotzdem ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss beim Anbieter spätestens zum Datum der Preisanpassung eingegangen sein.

Strom kündigen bei Umzug: Wie lange ist die Kündigungsfrist?

Bei einem Umzug gewähren viele Stromanbieter ein Sonderkündigungsrecht. Je nach Anbieter gelten hier allerdings auch unterschiedliche Fristen. Viele verlangen, dass Sie 2-4 Wochen vor dem Umzugstag (d.h. Schlüsselübergabe der alten Wohnung) die Kündigung einreichen. Sprechen Sie sich am besten mit Ihrem Anbieter ab, ob eine Kündigung auch nach Ablauf der Frist bis zum Umzugstag möglich ist. Alternativ bieten einige Stromversorger an, den alten Vertrag an die neue Adresse mitzunehmen. In der Regel lohnt es sich aber eher, den Anbieter zu wechseln.

Hinweis: cheapenergy24 übernimmt auch bei Ihrem Umzug die komplette Organisation Ihres Strom- oder Gastarifs – von der Kündigung bis zum Wechsel.

Hier finden Sie viele hilfreiche Tipps zum Stromanbieterwechsel beim Umzug.

Wann muss ich meinen Stromvertrag kündigen?

In der Regel liegt die Kündigungsfrist bei Stromverträgen zwischen 4 und 12 Wochen. Aber Achtung: Wenn Sie nur einen Tag zu spät kündigen, kann der Versorger den Vertrag automatisch verlängern.

Anbei finden Sie ein Beispiel dafür, wie Sie den letzten möglichen Kündigungstermin ermitteln:

Beispiel: Kündigungsfrist

Vertragslaufzeit: 12 Monate
Kündigungsfrist: 6 Wochen
Vertragsbeginn: 01. Januar 2020
Nächstmöglicher Kündigungstermin 31. Dezember 2020

Somit muss die Kündigung bis spätestens 19. November 2020 (d. h. 31.12.2020 abzüglich 6 Wochen) beim Anbieter eingegangen sein, damit der Vertrag wirksam zum 31. Dezember 2020 beendet ist.

Stromvertrag kündigen: Worauf muss ich achten?

Achten Sie bei der Kündigung Ihres Stromvertrags auf die rechtliche Gültigkeit. Dies bezieht sich vor allem auf die (fristgerechte) Zusendung des Schreibens. Ob eine E-Mail ausreichend ist oder ob Sie per Brief kündigen müssen, hängt vom Datum Ihres Vertragsabschlusses ab:

  • Bei Stromverträgen, die vor dem bzw. bis zum 30.09.2016 abgeschlossen wurden, kann eine Kündigung in Schriftform erforderlich sein. Das bedeutet, dass Sie das Schreiben dem Anbieter per Postbrief und mit handschriftlicher Unterschrift zukommen lassen müssen.
    Mit einer Kündigung in Schriftform sind Sie grundsätzlich auf der sicheren Seite.
  • Bei Verträgen, die ab dem 01.10.2016 abgeschlossen wurden, genügt die Kündigung in Textform. Diese können Sie per E-Mail oder Fax versenden. Eine handschriftliche Unterschrift ist nicht erforderlich. Lassen Sie sich den Eingang der Kündigung am besten bestätigen.

Folgende Informationen sollten in Ihrem Kündigungsschreiben des Stromvertrags stehen:

  • Ihre Adresse
  • Ihre Kunden- oder Vertragsnummer
  • Zählernummer Ihres Stromzählers
  • Kündigungszeitpunkt (z. B. „Hiermit kündige ich fristgerecht zum xx.xx.xxxx.“)
  • Evtl. Anlass der Kündigung (v. a. bei Preiserhöhung/Sonderkündigungsrecht)
  • Aufhebung der Einzugsermächtigung
  • Bitte um Kündigungsbestätigung

Beim Abschluss des neuen Tarifes auf die Mindestvertragslaufzeit achten
Neben der Kündigungsfrist haben die meisten Verträge auch eine Mindestvertragslaufzeit. Wenn Sie z. B. eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr und eine Kündigungsfrist von 3 Monaten haben, sollten Sie spätestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit kündigen, damit Sie Ihren Stromanbieter wechseln können.

Kündigungsfrist verpasst – was nun?

Es passiert sehr schnell, dass Verbraucher ihre Kündigungsfrist für den Stromtarif verpassen – egal ob nach dem ersten Vertragsjahr, bei Preisanpassungen oder einem Umzug. Wer im alten Vertrag feststeckt, zahlt meistens deutlich mehr.

Sollten Sie die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist verpasst haben, haben Sie leider erst einmal keine Möglichkeit, Ihren Stromanbieter dennoch zu wechseln und sind an Ihren alten Versorger gebunden. Das ist besonders ärgerlich, weil dieser in der Regel nach Ablauf der ersten Vertragslaufzeit und der Preisgarantie die Preise erhöht. Sie verpassen also nicht nur die Chance auf einen Wechselbonus, sondern hängen auch in einem teureren Tarif fest.

Die einzige Chance, die Ihnen jetzt noch für den Wechsel des Vertrages bleibt, ist das Sonderkündigungsrecht. Wenn Sie umziehen oder Ihr Stromanbieter eine Preiserhöhung ankündigt, sind Sie nicht mehr an die vertraglich vereinbarte Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist gebunden. Sie haben dann das Recht, Ihrem Stromanbieter bis zum Inkrafttreten der Preiserhöhung oder zum Tag Ihres Umzugs zu kündigen.

Treffen diese beiden Umstände nicht ein, dann müssen Sie die vereinbarte Vertragslaufzeit abwarten und können dann erst Ihren Strom- und Gastarif wechseln. Trotzdem können Sie schon jetzt die Kündigung zum nächstmöglichen Termin einreichen.

Kündigungsfrist aufgrund des neuen Anbieters verpasst?
Bei einem Stromanbieterwechsel übernimmt Ihr neuer Anbieter die Kündigung. Es kann vorkommen, dass Sie den Wechsel fristgerecht eingeleitet haben und Ihr neuer Anbieter zu spät bei Ihrem alten Versorger kündigt. Auch in diesem Fall müssen Sie leider ein weiteres Jahr bei Ihrem alten Versorger bleiben.

Wer kündigt meinen Stromvertrag?

In der Regel übernimmt Ihr neuer Anbieter nach Vertragsabschluss automatisch die Kündigung bei Ihrem alten Versorger. Dies soll einen reibungslosen Wechsel garantieren, während Sie wertvolle Zeit sparen.

Wenn Sie Ihren alten Stromanbieter trotzdem selbst gekündigt haben, sollten Sie dies Ihrem neuen Versorger beim Wechsel mitteilen. Falls Sie aufgrund einer Preiserhöhung oder eines Umzugs kündigen, erhalten Sie das Sonderkündigungsrecht. Da in diesem Fall für eine Kündigung nicht viel Zeit bleibt, sollten Sie diese am besten selbst vornehmen.

So verpassen Sie beim Strom keine Kündigungsfrist mehr

Bei einem Stromanbieterwechsel gibt es viel zu beachten – die richtige Wahl des Stromanbieters sowie die Einhaltung von Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Kein Wunder also, dass so mancher Verbraucher versehentlich nicht fristgerecht kündigt.

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